Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Sport und Fair Play

In diesem Baustein wird die Rolle von Sport im Kontext von Gewaltprävention aufgegriffen. An konkreten Beispielen wird gezeigt, wie Sport (Fußball für Toleranz) gewaltpräventive Wirkung entfalten kann. Besonders hervorgehoben wird der Aspekt des Fair Play.

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Kapitel 4.2.5

Gewaltprävention kann von Einbeziehung des Bereiches Sport und Spiel außerodentlich profitieren. Kinder haben großen Spass an Bewegung, Geschicklichkeit und körperlicher Betätigung. Sie können sich hier erleben und erproben, können lernen, mit Sieg und Niederlage umzugehen, den Gegner im Spiel zu respektieren und ihm fair zu begegnen.

Sport ist jedoch nicht von vornherein gesundheitsförderlich, auf Gemein schaft und Fairness ausgerichtet. Er kann auch genau das Gegenteil da von bewirken und deshalb kommt es auch hier darauf an, entsprechende Regeln einzuführen und Spielarrangements so zu gestalten, dass sie „Fair Play" fördern. Sport berührt hier auch ethische Dimensionen, etwa in der Frage, welche Mittel angewandt werden dürfen, um zu siegen.

Der Sport wird dabei von Seiten der Politik, der Pädagogik, der Sportorga nisationen geradezu als Königsweg in der Sucht- und Gewaltprävention ge priesen. Der Bielefelder Pädagoge Klaus Hurrelmann schreibt: „Integration in die Gruppe, sinnvolle Freizeitgestaltung, Umgehen mit Enttäuschungen und inneren Spannungen, Regelorientierung, Lernen Regeln zu verstehen und zu akzeptieren, Konfl iktbearbeitung sind fünf faszinierende Facetten der Kultivierungsmöglichkeiten von Aggressivität durch den Sport" und für Manfred von Richthofen, ehemaliger Präsident des Deutschen Sportbundes, sind „Sportvereine in unserer Gesellschaft Integrationsfaktor Nummer eins. Sport treiben in der Gemeinschaft und im Verein vermittelt Toleranz, Streitanstand und Regelakzeptanz."

Schnack/Neutzling schließlich schreiben in ihrem beeindruckenden Buch „Kleine Helden in Not": „Sport bietet Jungen und Männern eine der we nigen Möglichkeiten, ihren Körper zu spüren, Größe und Stärke auszu spielen. Dabei geht es um Ehre, Anerkennung und Erfolg. (...) Sport ist zweischneidig: Sport verschafft Zugang zum Körper, aber der muss gestählt werden. Jungen sollen ihren Körper weniger entdecken, als ihn durch Leistungen unter Beweis stellen. Sport fordert und fördert Leistungsdenken und in nicht wenigen Disziplinen auch die Gewaltbereitschaft, aber Sport trägt auch dazu bei, Gewaltpotenziale zu kanalisieren und Aggressionen unter Kontrolle zu bringen".

Vgl. Gunter A. Pilz: Gewaltprävention durch Sport – aber wie? Hannover o.J.

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention
Für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern.
Grundlagen - Lernfelder - Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2008, 536 Seiten, 16 x 24 cm, vierfarbig, gebunden
ISBN 978-3-932444-22-7
34,80 Euro

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