Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Gewaltprävention im Elternhaus

In diesem Baustein geht es um die Rolle der Eltern und Familie im Kontext von Gewalt und Gewaltprävention. Eltern haben eine zentrale Erziehungsfunktion und sind ein wichtiger Kooperationspartner für die Schule. Andererseits darf nicht vergessen oder gar ignoriert werden, dass Kinder auch Gewalt und eskalierende Konflikte in der Familie erfahren. Hier ist ein einfühlsamer und sensibler Umgang mit den betroffenen Kindern wichtig.

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Kapitel 3.2

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Kinder erhalten ihren ersten Zugang zur Welt über die Familie. Im fami liären Zusammenleben werden die ersten (und grundlegenden) Weltbil der ebenso vermittelt wie Wertschätzung und Missachtung. Es entstehen Modelle für Konfl iktregelungen und Interaktionsmuster verfestigen sich. Dabei ist die Familie nicht autonom. Erich Fromm beschreibt sie als „Transmissionsriemen für diejenigen Werte und Normen, die eine Gesellschaft ihren Mitgliedern einprägen will."(1) Was gedacht und wie gehandelt wird, wird vom gesellschaftlichen Umfeld, in dem sich die Familie bewegt, ent scheidend mitgeprägt.

Die Normen und Rollenvorschriften, die in der Familie gelten, werden so in den ersten Jahren wie selbstverständlich Teil des eigenen Verhaltens und bestimmen die Erwartungen an andere soziale Gruppierungen. Die Eltern beeinflussen die Einstellung und das Verhalten ihrer Kinder dabei im wesentlichen auf folgende Weise:

– Sie bestimmen durch ihre Zuwendung oder Ablehnung die emotionale Grundorientierung ihres Kindes.

– Sie dienen als Modell für Nachahmung und Identifikation, so dass die Kinder von ihnen Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen übernehmen.

– Sie vermitteln den Kindern einen sozialen, ethischen und nationalen Kontext für ihr Denken und Handeln.

– Sie prägen durch ihre Beziehungen zueinander und zu den Kindern deren weitere Persönlichkeit.(2)

Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass die Familienstruktur sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert hat. Es gibt heute kein einheitliches Familienmodell mehr, denn die Formen des Zusammenlebens sind vielfältiger und die traditionelle Familie mit zwei oder mehreren Kindern ist zur Ausnahme geworden.

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention
Für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern.
Grundlagen - Lernfelder - Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2008, 536 Seiten, 16 x 24 cm, vierfarbig, gebunden
ISBN 978-3-932444-22-7
34,80 Euro

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