Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

Home / Materialien / Gewaltpräventio... / Kapitel 4.3: Mobbing

Kapitel 4.3: Mobbing

Mobbing ist in der Schule und der Arbeitswelt weit verbreitet. Dieser Baustein zeigt, was Mobbing ist und wie Mobbing entsteht. Insbesondere wird die Dynamik des Mobbingsystems verdeutlicht, in dem Opfer, Täter, Unterstützer und Zuschauer zusammenwirken. Die Materialien bieten Möglichkeiten des Erkennens von Mobbing sowie konkrete Vorgehensweisen bei Mobbingfällen an.

Hier finden Sie das ganze Kapitel als PDF Datei:

Kapitel 4.3

Was ist Mobbing?
Mobbing ist eine subtile Form der Gewalt, die in in allen Bereichen des privaten und gesellschaftlichen Lebens vorkommt: In der Nachbarschaft, in der Arbeitswelt, in der Schule, in Organisationen und Verbänden. Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln, fertigmachen (mob = Pöbel, mobbish = pöbelhaft). In der Wissenschaft wird Mobbing als systematischer und wiederholter Angriff auf die psychische oder physische Integrität verstanden, mit dem Ziel, den Betroffenen auszugrenzen und zu isolieren.

Mobbinghandlungen vollziehen sich über einen längeren Zeitraum und unterscheiden sich dadurch von einmaligen Handlungen. Mobbinghandlungen können verbal oder körperlich oder auch indirekt manipulativ sein. Ein zentrales Merkmal von Mobbing besteht darin, dass sich die Angriffe auf wenige Opfer konzentrieren (Schuster: 2007, S.87). Die Schwierigkeit, Mobbinghandlungen präzise zu fassen, liegt u.a. darin, dass der Begriff Mobbing unterschiedlich definiert wird und dass von den Betroffenen jede Handlung als feindselig eingestuft werden kann, wenn sie subjektiv als solche empfunden wird.

Glasl (2004, S.90) sieht Mobbing auch als Teil eines Konfliktgeschehens, für das typisch ist, dass der Konflikt „kalt und verdeckt“ eskaliert und dadurch erst sehr spät wahrgenommen wird. Das Mobbingopfer sieht sich von einer ganzen Gruppe (mit unterschiedlicher Rollenverteilung) angefeindet und bedroht. Wie Untersuchungen zeigen, findet Mobbing in der Schule nicht nur unter Schülerinnen und Schülern statt, sondern auf allen Ebenen, also auch zwischen Lehrkräften, Eltern und der Schulleitung.

Wie verbreitet ist Mobbing?

Mobbing geschieht vor allem in „Zwangsgemeinschaften“ wie der Arbeitswelt, Schule, Ausbildungseinrichtungen o.ä., denn diese Bereiche können nicht ohne weiteres verlassen werden (vgl. www.mobbing.de). In freiwilligen Zusammenschlüssen wie Sportvereinen oder Freizeitclubs taucht Mobbing weniger auf, ganz einfach deshalb, weil sich Menschen, die sich nicht akzeptiert fühlen, einen anderen Verein oder ein anderes Hobby suchen können.

Die Angaben der von Mobbing Betroffenen schwanken sehr stark und sind von den jeweils verwendeten Kriterien abhängig. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass ca. fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler in der Schule (im Sinne der obigen Definition) gemobbt werden (Schuster 2007, S.88).

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention II
Für die Sekundarstufen und die Arbeit mit Jugendlichen.
Grundlagen – Lernfelder – Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2010, 736 Seiten, 24 x 16 cm, vierfarbig, gebunden, 300 Fotos, zahlreiche Schaubilder.

38,80 Euro, ISBN: 978-3-93244452-4

Eine PDF-Version dieser Seite herunterladen

Aktuelles / Blog

Veranstaltungen

Peace Counts School