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Kapitel 3.2: Schulentwicklung: gute Schule - guter Unterricht

Eine gute Schule ist eine gewaltfreie Schule. In diesem Baustein werden die Zusammenhänge zwischen Schulqualität und Gewaltaufkommen beleuchtet. Im Zentrum steht die Frage nach den Merkmalen von gutem Unterricht, guten Lehrkräften und von einer guten Schule. Des Weiteren werden Möglichkeiten der Schulentwicklung, die zu diesen Zielen führen, reflektiert.

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Kapitel 3.2

Eine „gute Schule“ ist eine gewaltfreie Schule, die durch ein Klima der Achtsamkeit und des Respekts gekennzeichnet ist, in der alle Beteiligten mitwirken und mitentscheiden, die schülerzentrierten, motivierenden und interessanten Unterricht gestaltet, die weltoffen ist und sich zugleich auch als eine Schulgemeinschaft versteht.

Eine „gute Schule“ realisiert selbstverständlich die Grundprinzipien der Gewaltprävention, fördert die Schwachen, integriert verschiedene Gruppen, bietet vielfältigen, differenzierten, selbstentdeckenden, handlungsorientierten Unterricht an.
Viele Schulen haben sich nach dem „Pisa Schock“ in Deutschland in den letzten Jahren auf den Weg gemacht, Schule so zu gestalten, dass ein Lernen, das Kindern und Jugendlichen Freude macht und begeistert, und nicht Belehrung im Zentrum steht.

Dabei geht es nicht nur um einzelne Schulen, so wichtig es ist, dass diese ihren Spielraum nutzen und ausweiten, sondern auch um ein Überdenken der Struktur des Bildungssystems und der Bildungsinhalte, vor allem aber auch der Art zu lehren und zu lernen. Denn der „Bildung im Schulalter kommt eine Schlüsselrolle für die individuelle Entwicklung, für die gesellschaftliche Teilhabe und für die Vermittlung von Kompetenzen zu. Die zentrale Rolle der Schule findet nicht zuletzt ihren Niederschlag in der gesetzlich verankerten Schulpflicht“ (Arbeitsgruppe Bildungsberichterstattung 2008, S. 61).

Deshalb muss auch das Schul- und Bildungssystem insgesamt überdacht werden: Wenn der Schulabschluss weniger vom „Können“ der Schülerinnen und Schüler abhängig ist als von der sozioökonomischen Lage der Herkunftsfamilie, sind Ungerechtigkeiten programmiert. Und wenn eine ganze Schulform wie die Hauptschule zu einer „Restschule“ verkommen ist, sind Änderungen angesagt. Denn der Bildungsabschluss entscheidet wesentlich über die zukünftigen Lebenschancen.

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention II
Für die Sekundarstufen und die Arbeit mit Jugendlichen.
Grundlagen – Lernfelder – Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2010, 736 Seiten, 24 x 16 cm, vierfarbig, gebunden, 300 Fotos, zahlreiche Schaubilder.

38,80 Euro, ISBN: 978-3-93244452-4

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