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Kapitel 2.5: Gewaltprävention in der Schule

Dieser Baustein verdeutlicht die Ansatzpunkte, Handlungsmöglichkeiten und Vorgehensweisen bei der Implementierung von Gewaltprävention. In der Schule vollzieht sich wirksame Gewaltprävention im Kontext von Schulentwicklung und darf nicht auf Einzelmaßnahmen beschränkt bleiben.

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Kapitel 2.5

Gewaltprävention in der Schule
Schule ist nicht nur ein Ort, an dem Gewalt stattfindet, sondern vor allem ein Lebensraum, der gestaltet werden kann und der Auswirkungen auf das Verhalten der dort tätigen Personen hat. Schule ermöglicht Bildungsabschlüsse und eröffnet dadurch immer auch Lebenschancen (oder auch nicht). Sie ist ein Ort, an dem das Zusammenleben Vieler beispielhaft demokratisch organisiert werden kann, und sie ist auch ein Ort, an dem „Gemeinschaft“ stattfinden kann, die über die Schule hinaus wirkt. Schule kann so als lebendiger sozialer Organismus gesehen und verstanden werden.

Die Ansätze und Maßnahmen zum Umgang mit Gewalt und Gewaltprävention in der Schule, die sich in der schulischen Praxis finden lassen, sind unüberschaubar und vielfältig. Während für die Bereiche der Verbreitung und der Ursachen von Gewalt in der Schule zunehmend wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse vorliegen, wobei nach wie vor Langzeitstudien weitgehend fehlen, sind Maßnahmen und Projekte der Gewaltprävention immer noch kaum evaluiert. Die Diskussion bezieht sich deshalb in weiten Bereichen auf Annahmen und subjektive Schlussfolgerungen und weniger auf empirische Daten.

In der Forschung hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur Ansätze, die mehrere Ebenen gleichzeitig berücksichtigen (sog. multimodale Ansätze) im Schulbereich sinnvoll sind und Wirkung haben und dass Gewaltprävention in der Schule in einen Prozess der Schulentwicklung eingebunden sein muss. Oberster Grundsatz für die Schule muss sein: „Gewalt hat in der Schule keinen Platz“, Schule muss ein sicherer Ort sein, an dem alle ohne Angst und Furcht leben und arbeiten können. Gewaltprävention setzt dabei eine Übereinkunft über den anzustrebenden Zustand und die unerwünschten Verhaltensweisen voraus. Dies ist deshalb wichtig, da das Instrumentarium einer falsch verstandenen Gewaltprävention auch zur Disziplinierung und Unterdrückung gebraucht werden kann.

Gewaltpräventive Maßnahmen können entsprechend der grundlegenden Unterscheidung in primäre, sekundäre und tertiäre Gewaltprävention auch im schulischen Kontext diesen Bereichen zugeordnet werden, wobei die einzelnen Maßnahmen jeweils für unterschiedliche Schulstufen und unterschiedliche Problembereiche differenziert entwickelt und eingesetzt werden müssen.

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention II
Für die Sekundarstufen und die Arbeit mit Jugendlichen.
Grundlagen – Lernfelder – Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2010, 736 Seiten, 24 x 16 cm, vierfarbig, gebunden, 300 Fotos, zahlreiche Schaubilder.

38,80 Euro, ISBN: 978-3-93244452-4

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