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Kapitel 2.3: Jugendliche in Krisensituationen

Kinder und Jugendliche durchleben vielfältige Krisensituationen, die sie auf unterschiedliche Weise bewältigen und verarbeiten können. Destruktive Bewältigungsversuche, wie Essstörungen,
Selbstverletzungen, Selbsttötungen, Suchtmittel u.a. erfordern ein Eingreifen. Das Resilienzkonzept zeigt Wege, wie Persönlichkeiten gestärkt werden können.

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Kapitel 2.3

Konflikt- und Krisensituation gehören zu den Zumutungen des menschlichen Lebens und sind oft mit sog. Schwellensituationen verbunden, d.h. mit Übergängen vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen, von Schule zum Beruf oder aber auch mit plötzlichen eher schicksalhaften Ereignissen wie schweren Krankheiten, Unfällen oder Tod in der Familie. Krisensituationen sind existentielle Konflikte, die subjektiv als äußerst belastend erlebt werden.

Die meisten Kinder und Jugendlichen sind davon betroffen und die meisten können trotz allem erstaunlich gut damit umgehen. Doch nicht alle erleben Krisensituationen als Herausforderung und können sie bewältigen. Viele erleben sie auch als Überforderung, verbunden mit dem Gefühl der Ausweglosigkeit, und sind dringend auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Das Leben erscheint bei einer Zuspitzung der Krise oder mangelnder Bearbeitung und Unterstützung plötzlich ohne Sinn und Perspektive.

Jugend ist heute äußerst vielschichtig und nicht als Einheit zu verstehen (vgl. Hafenecker 2008, S. 93). Sie beginnt mit ca. zwölf Jahren und geht oft bis Mitte zwanzig. Sie ist für die meisten Jugendlichen zu einer Zeit der Schul- und Ausbildung geworden und dadurch eine verschulte Zeit. Jugendliche werden biologisch und sozio-kulturell früh erwachsen, sind jedoch sozio-ökonomisch von den Eltern oder staatlichen Leistungen abhängig.

Die Gleichaltrigengruppe ist die primäre Gesellungsform und hat zentrale Bedeutung für Entwicklung und Orientierung Jugendlicher. Medien und Jugendkultur sind heute leitende Sozialisationsfaktoren, denn
Jugendwelt ist immer auch Medienwelt. Bildungsabschlüsse bedeuten für die heutige Jugend noch keinen Arbeitsplatz oder sichere Zukunftsperspektiven. Risiken und Unsicherheiten begleiten die Jugendzeit, denn die Jugendzeit ist lang.

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention II
Für die Sekundarstufen und die Arbeit mit Jugendlichen.
Grundlagen – Lernfelder – Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2010, 736 Seiten, 24 x 16 cm, vierfarbig, gebunden, 300 Fotos, zahlreiche Schaubilder.

38,80 Euro, ISBN: 978-3-93244452-4

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