Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

Home / Literatur / Kinder- und Jug... / Materialien zum... / Arena Materiali... / M. Krausnick: Auf Wiedersehen im Himmel

M. Krausnick: Auf Wiedersehen im Himmel

Unterrichtserarbeitung herunterladen: 

Krausnick_Auf Wiedersehen im Himmel

___________________

Zum Inhalt

Michail Krausnick erzählt die Geschichte der 1934 geborenen Angela Reinhardt. Da ihr Vater Franz Reinhardt und ihre Pflegemutter Appolonia Krämer, beide deutsche Sinti, nicht von den nationalsozialistischen Behörden verhaftet und verschleppt werden wollen, verstecken sie sich ab Oktober 1939 in den Wäldern der Schwäbischen Alb. Doch nach einigen Monaten nehmen Polizisten sie fest und bringen Angela zu ihrer leiblichen Mutter Erna Schwarz, die sich kurz nach Angelas Geburt von Franz Reinhardt trennte. Angela kommt mit Erna, die mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Friedrichshafen am Bodensee lebt, nicht aus und will zu ihrem Vater und Appolonia zurück. Deshalb schickt das Jugendamt Angela zunächst in ein Kinderheim in Leutkirch und schließlich in die St. Josefspflege in Mulfingen (ein Dorf in der Nähe von Künzelsau). Dort werden die württembergischen Sintikinder zusammengefasst, deren Eltern die Nationalsozialisten in Konzentrationslager verschleppt haben, als ‚Waisenkinder‘ betreut und unterrichtet. Die ‚Rasseforscherin‘ Eva Justin führt an den Kindern und Jugendlichen Untersuchungen für ihre Dissertation „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder und ihrer Nachkommen“ durch. Mit sportlichen Wettkämpfen und Wettbewerben wie einem Leistungskartoffellesen soll die „rassische Minderwertigkeit“ der Sinti - Kinder bewiesen werden. Nach Abschluss dieser Untersuchungen werden die Kinder 1944 – getarnt als ein Schulausflug – nach Auschwitz deportiert und bis auf wenige Ausnahmen am 3.8.1944 vergast. Vermutlich durch Ausnutzung eines Fehlers in den Meldelisten bewahren die Schwestern die 10-Jährige Angela als einzige vor der Deportation und übergeben sie Erna Schwarz. In Friedrichshafen besucht Angela die Schule und findet mehrere Jahre nach Kriegsende ihren Vater und Appolonia, die den Nationalsozialismus überlebten, weil sie sich als russische Zwangsarbeiter ausgaben.

Krausnick hält sich in seinem Buch eng an die Berichte und Aufzeichnungen Angelas und anderer Zeitzeugen. Dabei integriert er allgemeine Informationen zur nationalsozialistischen ‚Zigeunerpolitik‘. Zwischen die personal erzählten Kapitel stellt er kurze Originaltexte Angelas in der Ich-Perspektive (S. 9, 29, 47, 65, 81, 97, 109, 121, 133). Ein ausführliches Nachwort zur Entstehung des Buches (S. 135–140), ein dokumentarischer Anhang mit zahlreichen Fotos (S. 143–173) und weiterführende Medienhinweise (S. 174–175) runden den Band ab. Abgesehen vielleicht vom Wechsel zwischen der Er- und der Ich-Perspektive stellt die chronologisch erzählte Geschichte keine formalen Anforderungen und kann ab der 8. Klasse aller Schularten verwendet werden.

Eine PDF-Version dieser Seite herunterladen

Aktuelles / Blog

Veranstaltungen

Peace Counts School