Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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R. Rusch: Johanna wir sind stark

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Rusch_Johanna, wir sind stark

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Zum Inhalt

Johanna lebt am Stadtrand von Frankfurt und besucht die 4. Klasse. Sie hat oft große Angst besonders vor ihrem Mitschüler Martin, der sie auf dem Schulweg verfolgt. In den Pausen traut sie sich nicht mehr in die Schultoilette, nachdem sie dort einmal eingesperrt wurde. Johanna hat keine richtige Freundin. Ihre berufstätigen Eltern haben nie Zeit, sich ihre Sorgen und Nöte anzuhören. Auch andere Erwachsene und die Lehrerinnen nehmen ihre Ängste nicht wahr. Es gibt noch andere Opfer in ihrer Klasse, aber alle schweigen. Auf dem Weg zum Kino, muss sie einmal in der U-Bahn machtlos mit ansehen, wie Skinheads einem ausländischen Kind das Stofftier zerfetzen. Nur eine kleine, resolute Frau traut sich einzugreifen und lässt sich auch nicht einschüchtern. Als eines Tages eine neue Schülerin in die Klasse kommt, ändert sich alles. Sie heißt Elsie und sieht mit ihren roten Haaren und Sommersprossen aus wie „Pippi”. Auch sonst ist sie so fröhlich und selbstbewusst. Vom ersten Moment an verstehen sie sich. Gemeinsam fühlen sie sich „doppelmegastark“. Auf Beleidigungen reagieren sie beide schlagfertig, wehren sich allein nur mit Worten. Sie denken sich einen Plan aus, um sich an Martin zu rächen. Johanna ist oft zu Hause bei Elsie und deren patenter Mutter. Dort in ihrer Zweitfamilie kann sie über alles reden – über Schönes und Trauriges. Sie erfährt auch, dass es nicht für alles eine Patentlösung gibt. Johanna verspürt nun oft ein wohliges Gefühl und geht wieder gern zur Schule.

Zur Thematik

Die Autorin Regina Rusch thematisiert ein für viele Kinder sicher typisches Problem: den Umgang mit den eigenen Gefühlen. Die Erlebnisse und Erfahrungen des Mädchens Johanna verdeutlichen sehr realistisch, wie unglücklich man ist und wie quälend es sein kann, wenn man niemanden hat, dem man sich anvertrauen kann, der einen schützt und vor allem stärkt. Der Autorin gelingt es, die Angst vor der Angst und die Freundschaft als Mittel der Angstbewältigung sensibel darzustellen. Bei der Titelheldin Johanna entwickelt sich tiefe Resignation, Einsamkeit und Bedrohung im Verlauf der Erzählung in ein neues, optimistisches Lebensgefühl. Durch das Erleben echter Freundschaft mit der Erfahrung von Nähe und gegenseitiger Stärkung des Selbstbewusstseins wird die eigene Situation anders wahrgenommen und bewältigt. Die Hauptfigur erlebt außerhalb der eigenen Familie Geborgenheit und Verständnis. Sehr unterschiedliche Konfliktlösemöglichkeiten werden in den Blick genommen, weil es nicht nur einen immer optimal passenden Weg gibt. Für Schüler/-innen mit Problemen in der Selbst- und Fremdwahrnehmung oder beim Miteinanderauskommen in sozialen Bezügen bietet es gute Identifikationsmöglichkeiten und an vielen Stellen die Gelegenheit, parallele Erfahrungen als Opfer bzw. Täter zu thematisieren. Die Flucht in eine eigene Bilderwelt wird positiv gewendet, indem die Kraft der Phantasie betont wird. Sie bleibt also nicht Scheinausweg.

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