Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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I. Kötter: Mädchen sind klasse!

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Koetter_Maedchen sind klasse

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Zum Inhalt

Tim mag Tanja. Er tut alles für sie. Er trägt sogar ihre schwere Schultasche. Dennoch ist Tanja nie mit Tim zufrieden. Oft kümmert sie sich gar nicht um ihn, sondern kichert mit den anderen Mädchen aus der Klasse herum. Als sie auch noch mit Chris, einem fremden Kind, das zu Besuch ist, herumalbert, reißt Tim die Geduld. Für Tanja wird er nie wieder die schwere Schultasche tragen, und gerne haben wird er sie auch nicht mehr. Überhaupt will er mit Mädchen nichts mehr zu tun haben. Deshalb versteckt er sich im Wald, um dort eine Hütte zu bauen -für Mädchen verboten. Nach einer Weile erscheint Chris und hilft Tim bei der Hütte. Obgleich er ja eigentlich wegen Chris so wütend geworden ist, ist Tim ganz froh über die Gesellschaft. Denn alleine ist es im Wald doch ziemlich unheimlich. Und Chris stellt sich beim Bauen sehr geschickt an - so wie Jungs eben sind. Erst als Anna und Milena auftauchen, erfährt Tim zu seiner Überraschung, dass auch Chris ein Mädchen ist und eigentlich Christina heißt. Gemeinsam bauen die Kinder die Hütte nun fertig. Zusammen macht es sowieso viel mehr Spaß. Tim hat erkannt: Mädchen sind klasse! Sie sind nämlich genau so wie Jungen: Mal so und mal so.

Problematik des Buches - Beiehung zum Kinderaltag

Kinder erkennen schon vor der Grundschulzeit, dass sie Jungen und Mädchen sind und dass damit nicht nur biologische Unterschiede bezeichnet werden. Sie erfahren, dass von ihnen erwartet wird sich auch wie Mädchen und Jungen zu verhalten. So übernehmen sie die Verhaltensweisen, die für ihr Geschlecht als "passend" gelten - und das sind weitgehend leider immer noch die traditionellen Rollenklischees. Mädchen sind Röckchen bekleidete Wesen mit langen Haaren. Sie sind bei "technischen" Dingen ungeschickt, sind schwach und ängstlich, auch wenn sie manchmal überlegen tun. Mehrere Mädchen zusammen kichern herum, reden über Jungs und sind zu nichts Gescheitem fähig. Jungen dagegen sind "cool" und stark und unterstützen die Mädchen grossmütig, wenn's für die zu schwierig wird. Dafür dürfen sie natürlich deren Dankbarkeit und Zuneigung erwarten. Mit diesen Klischees beginnt das Buch. Im Laufe der Geschichte werden sie dann aber aufgebrochen. Denn Tim und Chris, die Hauptfiguren der Geschichte, entsprechen ihnen nicht. Tim passt nicht zu dem traditionellen Jungen-Klischee - obgleich er sich große Mühe gibt. Aber er ist eben nicht stark und es gelingt ihm auch nicht, cool zu sein. Und er trifft Chris, ein Mädchen, das dem traditionellen Mädchen-Klischee ebenso wenig entspricht.

Am Beispiel von Tim und Chris können Kindern die traditionellen Geschlechtsrollenklischees bewusst und eine erweiterte Geschlechtsidentität gefördert werden. Kinder erfahren, dass jeder Mensch viele Fähigkeiten hat, unabhängig davon, ob er männlich oder weiblich ist. Auch Mädchen sind stark. Technisches Know-how ist auch "Frauensache". Mädchen sind Mädchen. Um das zu beweisen, müssen sie nicht das "Weibchen" spielen und sich die Tasche tragen lassen. Und Jungen bleiben Jungen, auch wenn sie Schwäche zeigen. Für Jungen bedeutet die tradierte "starke" männliche Rolle oft eine Überforderung. Ein Zeichen dafür ist, dass sie ihre Schwächen und Ängste nicht konstruktiv bewältigen, sondern durch Abwertung - "Mädchen sind doof" - und Ausgrenzung "Nichts für Mädchen". Mithilfe des Buches können Kinder lernen, dass Jungen und Mädchen nicht prinzipiell verschieden sind und gleichberechtigt alles miteinander tun und Freundschaft halten können.

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