Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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A. Bröger: Nickel spielt Lehrerin

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Broeger_Nickel spielt Lehrerin

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Zum Inhalt

 Nickel geht schon ein Jahr zur Schule. Aber so „doof“ wie heute war es noch nie. Dauernd hat die Lehrerin gemeckert. Da hilft nur eins: Nickel besucht ihren geheimen Freund Herrn Siemon. Der lebt hinter einer Tapetentür, die nur Nickel kennt. Herr Siemon weiß immer Rat. So auch diesmal. Er hilft Nickel einmal die Rollen zu tauschen: Nickel wird Lehrerin. Ihre Lehrerinnen und Lehrer werden ihre Schülerinnen und Schüler. Nickel kann ihnen Aufgaben stellen, wie sie gerade möchte. Sie kann sie anreden, wie sie möchte. Sie kann ihnen sagen, was sie will. Und das tut sie dann auch. Sie schimpft mit ihnen. Sie lässt sie – im wahrsten Sinn des Wortes – über Tische und Bänke gehen. Sie lässt sie Ausreden erfinden und jede Menge Hausaufgaben machen. Die erwachsenen Schülerinnen und Schüler merken auf diese Weise, wie anstrengend Schule für Kinder sein kann. Nickel als Lehrerin kann wiederum nun besser verstehen, warum Lehrerinnen und Lehrer manchmal meckern und ungerecht sind. Nickels Laune hebt sich. Sie verabschiedet sich von Herrn Siemon und schafft es gerade noch, die geheime Tapetentür wieder zu schließen, ehe ihr Vater ins Zimmer kommt. Der Vater sieht übrigens Herrn Siemon ziemlich ähnlich und ist auch sehr verständnisvoll. 

Problematik des Buches - Beziehung zum Kinderalltag

„Schule ist doof“ – dieses Gefühl haben wohl alle Kinder hin und wieder. Überall, wo Menschen miteinander leben und lernen, gibt es auch schwierige Situationen. Es gibt Anforderungen, die keinen Spaß machen. Es gibt nicht nur gute Laune, sondern auch schlechte Stimmungen. Es gibt Überlastung und Gereiztheit – bei den Kindern ebenso wie bei ihren Lehrerinnen und Lehrern. Missverständnisse und Ungerechtigkeiten bleiben da nicht aus. Die Klagen der Kinder werden aber häufig nicht ernst genommen: Das war doch nicht so schlimm. Oft werden Kinder auch selbst für Unstimmigkeiten in der Schule verantwortlich gemacht. Längst nicht alle Kinder treffen auf Erwachsene, die ihnen zuhören, ihnen Glauben schenken, denen sie ihre verletzten Gefühle und ihre Wut über Ungerechtigkeiten offen anvertrauen können, von denen sie nicht „abgetröstet“ werden, sondern echte Hilfe erfahren. Erwachsenen fällt es oft schwer, Kindern gegenüber eigene Unzulänglichkeiten anzusprechen. Kinder können sich oft nicht vorstellen, dass sie Erwachsene „nerven“, dass diese deshalb gereizt sind und sich ungerecht verhalten. Die Geschichte von Nickel kann helfen hierüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Sich wie Nickel in eine Phantasiewelt zurückzuziehen kann hilfreich sein, um anschließend in der Realität besser zurechtzukommen. Viele Kinder im Grundschulalter erschaffen sich wie Nickel imaginäre Gefährten, Menschen oder Tiere, mit denen sie sprechen und spielen. Diese können den Kindern helfen ihre Welt besser zu verstehen, Kontrolle über sie zu gewinnen und Ängste zu überwinden. Das „Probehandeln“ in der Phantasie darf aber nicht zum Zurückweichen vor der Wirklichkeit werden, sondern sollte aktive Schritte zur tatsächlichen Lösung des Problems vorbereiten – wie bei Nickel, die sich vornimmt die Lehrerin am nächsten Tag zu fragen, ob sie vielleicht „nur aus Versehen“ gemeckert hat. Nickel hat außerdem noch ihren Vater, der ihr emotionale Sicherheit gibt. Er versteht sie auch ohne viele Worte. Mit ihm kann sie Kummer einfach fortlachen. Auch das kann Entlastung sein. Nicht jedes Kümmernis muss ausdiskutiert werden. Durch die Lektüre dieses Buches können Kinder und Lehrkräfte dazu geführt werden, ihren Umgang miteinander zu reflektieren, Schwierigkeiten ernst zu nehmen und dennoch ein wenig lockerer zu sehen.

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