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Bilder der Preisverleihung 2002
In diesem Jahr wird erstmals der „Hans-Götzelmann-Preis für Streitkultur – Jugendpreis der Berghof Stiftung für Konfliktforschung“ vergeben. Mit diesem Jugendpreis gedenkt die Berghof Stiftung des Lebens und Wirkens von Hans Götzelmann, dem ersten und langjährigen Geschäftsführer der Berghof Stiftung.
Die Berghof-Stiftung würdigt mit dem „Hans-Götzelmann-Preis für Streitkultur” Projekte, in denen Kinder und Jugendliche sich für Gewaltabbau und konstruktiven Umgang mit Konflikten einsetzen. Mit der Vergabe des Preises werden Initiativen gefördert, die zur Nachahmung einladen und noch nicht genügend bekannt sind. Die Auszeichnung soll insbesondere Kinder und Jugendliche ermutigen und in ihren Aktivitäten bestärken.
Der Preis ist mit insgesamt EURO 5.000,– dotiert und wird für zwei Altersstufen (bis 14 Jahre; 14 bis 22 Jahre) vergeben.
Die öffentliche Preisverleihung findet am 13. Juli 2002 in Tübingen im Rahmen der Eröffnung des „Georg-Zundel-Hauses der Berghof Stiftung für Konfliktforschung“ statt.
Grund- und Hauptschule Entringen: Projekt Streitschlichter-Haus
Kontakt: Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Entringen, Herr W.H. Kessel, Heinrich-Zeller-Straße 7, 72119 Ammerbuch, Tel: 07073 / 9188-0
Bei dem prämierten Projektansatz der Grund- und Hauptschule Entringen beeindruckt besonders die Reaktion als Schulgemeinschaft auf die wachsende Aggressionsbereitschaft: Neue Wege kennenlernen, das gesamte Kollegium und wichtige Partner in der Gemeinde mobilisieren und überzeugen, einen neuen Ort, das Blockhaus („Streitschlichter-Haus“), gemeinsam schaffen. Über die Perspektive der Streitschlichtung hinaus wurden viele Ideen und Lernmaterialien entwickelt, die im Schulalltag bereits weite Kreise ziehen.
Heinrich-Kraft-Gesamtschule Frankfurt: Schulmediation im Fachunterricht in Verbindung mit Partnerschule in Nordirland („Brownlow Project“)
Kontakt: Heinrich-Kraft-Schule, Frau Ulrike Gerbig-Brinkmann, Offenbacher Landstraße 440, 60599 Frankfurt / Main, Tel: 069/65303765.
Bei dem ausgezeichneten „Brownlow- Projekt“ ist besonders die Verknüpfung von Ansätzen der Schulmediation im Deutsch- und Englischunterricht mit Kontakten zu einer Partnerschule in Nordirland hervorzuheben. Das Einüben individueller Konfliktkompetenzen in Verbindung mit Wissen über den politischen Konflikt in Nordirland eröffnet die Chance für mehrfache Lern- und Überraschungseffekte. Dies kommt in den e-mails der Schülerinnen und Schüler sehr lebendig zum Ausdruck.
Kulturwerkstatt kontiki Ulm: Medienseminare zu Gewaltprävention
Kontakt: kontiki. Kulturwerkstatt für Kinder und Jugendliche, Frau Monika Fahrenkamp, Einsteinhaus, Kornhausplatz 5, 89073 Ulm, Tel.: 0731 / 153032
Bei dem prämierten Projekt „Voll cool – Jugend und Gewalt im Film“ beeindruckt besonders, dass auf Initiative der Kulturwerkstatt Jugendlichen eine gemeinsame, kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Film und dem Lernort Kino ermöglicht wird. Dabei ist die Beteiligung städtischer Ämter, der Schulen oder der Polizei ebenso hervorzuheben wie die Einbeziehung des Instituts für Filmkultur in Köln. Durch die Prämierung soll besonders die Möglichkeit verstärkt werden, vergleichbare Kinoseminare in vielen weiteren Städten durchzuführen.
Gesamtschule Fischbek: Interkulturelles Streitschlichter-Programm
Kontakt: Gesamtschule Fischbek, Frau Dörte Schnell-Abis, Fischbeker Morr 6, 21149 Hamburg, Tel.: 040 / 702058-0
Die Streitschlichter und -schlichterinnen der Gesamtschule Fischbek erhalten den Hans-Götzelmann-Preis insbesondere für ihre Zielsetzung, über die Streitschlichtung hinaus einen positiven Umgang mit Konflikten zu erlernen und dabei die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schülerschaft bewußt als Chance zu sehen und anzuerkennen. Auch die Auswahl von Schülern mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Leistungsprofilen für die Streitschlichtung war für die Jury ein wesentlicher Aspekt bei der Preisvergabe.
Prämierte Streitkultur in Blockhütte
Ammerbuch-Entringen
Die Entringer Hauptschule hat für das Schlichterhaus, das Lehrer, Schüler und ansässige Handwerksbetriebe im Hof der Schule errichtet haben, einen Preis in Höhe von 1 250 Euro erhalten. Die Berghof Stiftung für Konfliktforschung prämierte die Blockhütte, die im Rahmen des Entringer Programms zur „Ich-Stärkung“ und Gewalt-Prävention entstand, mit dem bundesweit vergebenen Hans-Götzelmann-Preis für Streitkultur.
Benannt wurde der Preis nach dem langjährigen Geschäftsführer der Berghof-Stiftung, Hans Götzelmann. Der Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und soll Projekte würdigen, bei denen Kinder und Jugendliche ganz gezielt selbst Beiträge zum Abbau von Gewalt leisten und den konstruktiven Umgang mit Konflikten üben. Die offizielle Verleihung des Preises findet am Samstag, 13. Juli, anlässlich der Eröffnung des Georg-Zundel-Hauses der Berghof-Stiftung für Konfliktforschung in Tübingen, statt. Vergeben wurde der Preis von einer Jury, der Christine Merkel als Vertreterin der deutschen Unesco-Kommission, Renate Zundel von der Berghof-Stiftung, Stephanie Schell vom pädagogischen Seminar der Universität Köln und Uli Jäger vom Tübinger Verein für Friedensforschung angehören.
„Bei dem prämierten Projektansatz der Grund- und Hauptschule Entringens“, heißt es in der Begründung der Jury, „beeindruckt besonders die Reaktion als Schulgemeinschaft auf die wachsende Aggressivität: Neue Wege kennen lernen, das gesamte Kollegium und wichtige Partner in der Gemeinde mobilisieren, das Blockhaus gemeinschaftlich schaffen. Über die Perspektive der Streitschlichtung hinaus wurden viele Ideen und Lernmaterialien entwickelt, die im Schulalltag bereits weite Kreise ziehen.“
Vorbildlich ist die Blockhütte, die seit dem Sommer vergangenen Jahres auf dem Schulhof entstanden ist, und deren Richtfest beim Entringer Schulfest 2001 begangen wurde, in mehrfacher Hinsicht: Denn sowohl Lehrer als auch Schüler packten bei ihrem Bau tatkräftig mit an – zudem wurde die örtliche Geschäftswelt miteinbezogen. Vieles wurde in Eigenleistung verwirklicht, Handwerksbetriebe aus Ammerbuch trugen ihren Teil zum Entstehen des Schlichterhauses in Form von Facharbeit und Sachspenden bei, auch der Ammerbucher Bauhof beteiligte sich.
Das Schlichterhaus ist Teil eines Programms zur „Ich-Stärkung“ und des Projektes „Demokratische Hauptschule“ die zum Rahmenprogramm Gewaltprävention gehören – schon zuvor wurde Entringen für dieses Programm mit dem „Hänsel-und-Gretel“-Preis der gleichnamigen Stiftung zur Prävention sexueller Gewalt ausgezeichnet. Ein Großteil des „Hänsel-und-Gretel“-Preisgeldes floss in den Bau des Schlichterhauses.
Die Blockhütte mit der Fläche von 24 Quadratmetern, die Schüler und Lehrer noch um einen Garten bereichern möchten, soll als Raum besonders für Streitschlichtungen und Mediationen an der Entringer Schule dienen – einige Lehrer der Schule ließen sich bereits zu „Mediatoren“ ausbilden und werden ihr Know-how im Umgang mit Konflikten an ihre Schüler weitergeben. Auch die Schülermitverwaltung Entringens, die das rund 14.000 Euro teure Projekt aus eigener Tasche mitfinanziert hat, möchte das Schlichterhaus nutzen.
Der Gäubote – Die Herrenberger Zeitung, 27.4.2002.