Bericht des "Expertenkreis Amok" zum Amoklauf in Winnenden (2009)
Expertenkreis Amok: Gemeinsam Handeln, Risiken erkennen und minimieren. Prävention, Intervention, Opferhilfe, Medien. Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen am 11. März 2009. Stuttgart 2009, 85 S.
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Bericht_Expertenkries_Amok
Aus der Einleitung
Der Expertenpreis
- legt den Bericht in Betroffenheit über das Geschehen in Winnenden und Wendlingen vor, in Trauer um die Opfer, im Mitleid mit den Angehörigen, in Solidarität mit den Augenzeugen und mit Respekt vor allen, die sich an der Rettung und der Nachsorge beteiligt haben oder auf andere Weise Verantwortung übernehmen müssen,
- formuliert seine Empfehlungen im Wissen, dass es keine absolute Sicherheit vor Amokläufen an Schulen gibt,
- ist sich daher bewusst, dass es keine einzelne Maßnahme und kein Bündel von Maßnahmen gibt, die mit hinreichender Sicherheit einen Amoklauf an einer Schule verhindern könnten,
- sieht, dass solche Geschehnisse vor dem Hintergrund einer besorgniserregenden Gewaltorientierung in den Unterhaltungsmedien und einer Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft betrachtet werden müssen und fordert daher Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit, insbesondere als Erziehungsgrundlage für junge Menschen, (…).
Der Expertenkreis hat sich von Folgendem leiten lassen:
- Die Aufarbeitung des Geschehenen kann nur gemeinsam gelingen. Daher gebührt insbesondere den Eltern der getöteten Opfer Respekt und Dank für ihre Mitarbeit.
- Die Aufarbeitung von Amoktaten sollte grundsätzlich der Maxime folgen, keine Handlungsanleitung für amokgeneigte junge Menschen zu bieten.
- Die Überlegungen müssen von Verantwortungsbewusstsein getragen sein und über die Fassungslosigkeit der ersten Tage hinausreichen.
- Es dürfen keine einfachen und schnellen Schlüsse gezogen werden.
- Amoktaten können nicht gänzlich verhindert werden, gleichwohl können das Risiko solcher Taten minimiert und Schutzfaktoren gestärkt werden.
- Es wäre zu kurz gegriffen, sich auf eine Fehler- und Optimierungssuche zu beschränken.
- Neben innovativen Gedanken ist es wichtig, bewährt Gutes ins Bewusstsein zu bringen und zu stärken.
- Der Bericht kann nur ein erster Schritt sein, Konsequenzen, Forderungen, Ideen und Wege aufzuzeigen, er kann Impulse und Hilfe zur Selbsthilfe geben.
- Handeln müssen Politik und Bürger gemeinsam. Sie tragen gleichermaßen Verantwortung.
- Veränderung kommt nicht allein durch Worte und Expertenberichte. Veränderung braucht das Verantwortungsbewusstsein und den Mut eines jeden Einzelnen zum gemeinsamen Handeln.
Expertenkreis Amok: Gemeinsam Handeln, Risiken erkennen und minimieren. Prävention, Intervention, Opferhilfe, Medien. Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen am 11. März 2009. Stuttgart 2009, S. 4 f, Auszug.
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