Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Was ist Gewalt?

In diesem Baustein wird gezeigt, was unter Gewalt zu verstehen ist und was Kinder unter Gewalt verstehen.

Ziel des Bausteins ist es, zur Klärung des Begriffes beizutragen sowie Materialien anzubieten, um mit Lehrerinnen und Lehrern, Eltern sowie den Schülerinnen und Schülern am Gewaltbegriff arbeiten zu können. Die hier aufgegriffenen Fragestellungen (z.B. was unter Gewalt in der Schule verstanden werden kann) werden in den anderen Bausteinen vertiefend behandelt.

Hier finden Sie das ganze Kapitel als PDF Datei:

Kapitel 2.1

Kapitel 2.1.pdf 694,43 kB

Die Verhinderung und Reduzierung von Gewalt ist das Ziel von Gewaltprävention.
Doch was ist unter Gewalt genau zu verstehen?

„Gewalt“ ist ein Phänomen, das nicht klar definiert und abgegrenzt ist, weder in der Wissenschaft, noch im Alltag. In der öffentlichen Diskussion werden oft verschiedene Dinge gleichzeitig als Gewalt bezeichnet: Beschimpfungen, Beleidigungen, Mobbing, Gewaltkriminalität (Raub- und Morddelikte), Vandalismus, gewalttätige Ausschreitungen bei Massenveranstaltungen, fremdenfeindliche Gewalt gegen Menschen usw.

Auch im wissenschaftlichen Bereich gibt es keine allgemein akzeptierte
Definition und Beschreibung von Gewalt. Mehrere Begriffsbestimmungen und Theoriestränge stehen weitgehend unverbunden nebeneinander (etwa im Bereich der Aggressionsforschung). Je nachdem, ob die Ursachen und Bedingungen von Gewalt eher beim Individuum oder in gesellschaftlichen Lebenslagen gesehen werden, werden unterschiedliche Verantwortlichkeiten angesprochen.

Gewaltprävention hat also mit dem Dilemma zu tun, dass sie einerseits auf
vorfindbare Gewalt reagieren muss, andererseits aber nur wenig oder kaum auf präzise Analysen, Beschreibungen und Definitionen ihres Gegenstands zurückgreifen kann.

Um einen praktikablen Ausweg zu finden, grenzen viele Projekte oder
Ansätze der Gewaltprävention Gewalt auf den Bereich der physischen Gewaltanwendung ein. Dies erscheint in der Praxis der Gewaltprävention für die Durchführung konkreter Projekte vor Ort als legitim und sinnvoll. Gegen eine solche Reduktion der Gewalt auf körperliche Gewalt gibt es allerdings auch Einspruch, da dadurch viele Bereiche der Gewalt ausgeklammert würden.

Günther Gugel

Handbuch Gewaltprävention. Für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern. Grundlagen - Lernfelder - Handlungsmöglichkeiten.
Tübingen 2008, 536 Seiten, 16 x 24 cm, vierfarbig, gebunden
ISBN 978-3-932444-22-7
34,80 Euro

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