Kinderarbeit - Titelbild-DesignerIn

Titelbilder von Zeitschriften dokumentieren bedeutende politische und gesellschaftliche Ereignisse. Sie sollen Aufmerksamkeit erregen, auf das Thema neugierig machen und zudem allgemein verstanden werden.

Die Titelbilder für aktuelle politische Ereignisse zeigen oft unterschiedliche Einschätzungen verschiedener Zeitschriften zum gleichen Thema. Welches Titelbild würden die SchülerInnen entwerfen? In Kleingruppen sollen Titelbilder zum Themenbereich Kinderarbeit skizziert oder in Collagenform gestaltet werden. Es empfiehlt sich, den verschiedenen Kleingruppen unterschiedliche Vorgaben zu machen, z. B. ein Titelbild für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", für die Illustrierte "Stern" oder auch für eine Schülerzeitschrift. Hierfür kann die Titelzeile des entsprechenden Magazins als Vorlage kopiert werden.

Stehen die technischen Möglichkeiten (z.B. im Informatikraum) zur Verfügung, so können Titelbilder auch als Computergrafik angelegt werden.

Zum Bereich Kinderarbeit vermittelt M 3 einige grundlegende Fakten. Bei der Besprechung sollte Wert darauf gelegt werden herauszufinden, warum Kinder in der Dritten Welt arbeiten müssen und warum Kinder in der Bundesrepublik Deutschland arbeiten. Wo gibt es hier Parallelen, wo liegen die Unterschiede in der Motivation, Art der Arbeit, Verdienst, Verwendung des Geldes und der Rolle der Erwachsenen.

Didaktische Hinweise

Verlaufsskizze

M 1: Der gemalte Leitartikel

Zwei oder auch mehr Motive unterschiedlicher Herkunft werden zu einem neuen Bild kombiniert; die Schlagzeile ermöglicht die rasche Interpretation.
Zur Erläuterung einige Beispiele: Die Gefahr "tödlicher Eier"; wird durch Eier in einem schwarzen Sarg verbildlicht. In der "verlotterten Republik"; ist das deutsche Wappentier zu einem gerupften Adler verkommen. (...)
Neben dieser Verknüpfung zweier Motive finden sich andere Formen weit seltener. Da ist vor allem das Porträtfoto zu nennen, das immerhin über fast drei Jahrzehnte der bevorzugte Blickfänger des SPIEGEL war. 1993 tauchte es unter den 52 gedruckten Titeln nur noch zwölfmal auf. (...)
Die traditionelle, gezeichnete Karikatur, die bis zum Zweiten Weltkrieg eine der meist verbreiteten Formen der politischen Grafik war, zierte sogar nur dreimal die Titelseiten. Ihre Wirksamkeit steht jedoch außer Frage. (...)
Schon auf den ersten Blick lässt sich feststellen, dass die traditionelle Ikonographie, mit einer aus antiker Mythologie, biblischer Geschichte und barocker Allegorie gespeisten Bildsprache, nur noch selten als Motivlieferant dient. (...)
Die überwiegende Zahl der Bildmotive ist unserer heutigen Welt entlehnt. Unsere Umwelt wird in einem bis vor wenigen Jahrzehnten noch ungeahnten Ausmaß von Foto und Film erfasst und in ihrer Erscheinung interpretiert. (...)
Der Ansatzpunkt der Bildsprache liegt zumeist im verbalen Bereich, in Metaphern und Redewendungen, die mehr oder minder wörtlich umgesetzt werden: "Kassenfüller Autobahn";, "Gen-Fraß";, "Ozon-Smog";, "Kinder-Arbeit";. (...)
Bei der wirksamen Kombination der Motive kommen dem Gestalter neue Bildtechniken zugute. Waren bis vor kurzem noch die Collage, die Zeichnung und die Fotomontage mehr oder minder starre Techniken in der Hand des Entwerfers, so ermöglicht heute der Computer eine nahezu uneingeschränkte Manipulation von Bildvorlagen, etwa Fotos und Zeichnungen, die zuvor eingelesen und digitalisiert wurden.
Spiegel-Verlag (Hrsg.): Die Unveröffentlichten. 271 SPIEGEL-Titel aus 1993. Hamburg 1994, S. 6 f., Auszüge.

M 2:

Spiegel-Verlag (Hrsg.): Die Unveröffentlichten. 271 SPIEGEL-Titel aus 1993. Hamburg 1994, S. 73

M 3: Kinderarbeit

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat im Frühjahr 2006 einen Bericht über die Situation der Kinderarbeiter vorgelegt. Laut ILO sind 317 Millionen Kinder erwerbstätig. 217 Millionen dieser Kinder benennt die ILO als Kinderarbeiter, das heißt, diese Kinder arbeiten regelmäßig mehrere Stunden. Unter ihnen sind 126 Millionen Mädchen und Jungen, die ausgebeutet werden.

Die ILO unterscheidet drei Kategorien:

– Erwerbstätige Kinder: Alle Kinder, die mindestens eine Stunde an einem Tag arbeiten, innerhalb eines Referenzzeitraums von sieben Tagen.

– Kinderarbeiter: Die ILO-Statistiker grenzen im Weltreport diese Form der Arbeit von der erwerbstätiger Kinder ab. Nicht unter die Kategorie »Kinderarbeit« fallen demnach Kinder über zwölf Jahren, die einige Stunden pro Woche eine erlaubte leichte Arbeit verrichten sowie Kinder über 15 Jahren, deren Arbeit als nicht "gefährlich" eingestuft ist.

– Kinder in gefährlicher Arbeit: Kinder, die Tätigkeiten verrichten, die ihrer Natur nach schädlich für die Sicherheit, die körperliche oder seelische Gesundheit und die sittliche Entwicklung des Kindes sind. Gefahren können auch von übermäßiger Arbeitsbelastung, den physischen Arbeitsbedingungen und der Arbeitsintensität (Arbeitsdauer) ausgehen.

Ausbeuterische Kinderarbeit ist laut ILO-Konvention 182:

– Sklaverei und Schuldknechtschaft und alle Formen der Zwangsarbeit.

– Arbeit von Kindern unter 13 Jahren.

– Kinderprostitution und -pornographie.

– der Einsatz von Kindern als Soldaten.

– illegale Tätigkeiten, wie zum Beispiel Drogenschmuggel.

– Arbeit, die die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit gefährdet, also zum Beispiel Arbeit in Steinbrüchen, das Tragen schwerer Lasten oder sehr lange Arbeitszeiten und Nachtarbeit.

Laut ILO arbeiten zurzeit 126 Millionen Kinder unter solchen ausbeuterischen Bedingungen.

Quelle: Terre des Hommes, www.tdh.de, <27.11.2007>

M 4: Teppich-Kinder

Etwa 100.000 Kinder arbeiten in indischen Dörfern an Knüpfrahmen. Sie bilden zwei Drittel der Beschäftigten im Teppichhandwerk Indiens. Die Kinder, meist Jungen, sind zwischen fünf und 15 Jahre alt und arbeiten tagtäglich bis zu 20 Stunden in oft dunklen und schlecht belüfteten Räumen.
Ein Teppichexporteur meint hierzu: "In einem Land, in dem so viele Menschen, auch Kinder, hungern, ist es doch wunderbar, wenn diese Kinder zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen können."
Zitat aus dem Video "Kinderarbeit in der Teppichindustrie";. Verleih: BROT FÜR DIE WELT, Postf. 101142, 70010 Stuttgart.

Literaturhinweise

Liebel, Manfred: Kindheit und Arbeit. Frankfurt/M. 2002.

Adick, Christel: Straßenkinder und Kinderarbeit. Frankfurt/M. 2007.

Auszug aus dem Buch:
Günther Gugel, Vertretungsstunden mit Pfiff.
Anregungen für einen handlungsorientierten Unterricht zum Themenbereich
"Eine Welt" in den Sekundarstufen.

Institut für Friedenspädagogik, Tübingen 2008

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