P. Conrady: Zum Lesen verlocken - Einführung Sekundarstufe

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Kinder und Jugendliche ZUM LESEN VERLOCKEN (ein Titel, den ich mit der freundlichen Zustimmung von Richard Bamberger verwende), sie früh mit Büchern vertraut machen, das war schon ein Hauptanliegen von Literaturpädagogen um 1900. Bereits in den ersten Klassen der Volksschule sollte diese Bucherziehung durch gemeinsame Lektüre beginnen. Dafür war es nötig, preisgünstige Bücher/Hefte zu haben. Der Anfang wurde 1898 mit dem „Pole Poppenspäler“ von Theodor Storm gemacht. Bisweilen ersetzten in den folgenden Jahren diese Lektüren – sie wurden „Massenlektüren“ genannt – sogar das Lesebuch. Um 1930 gab es etwa 200 sog. billige Reihen.

Diese Tendenzen im Bereich der Schullektüre setzten sich nach 1950 verstärkt fort. Daneben gewann das Taschenbuch immer mehr an Bedeutung, zunächst allerdings nur in Form von Nachdrucken der gebundenen Ausgaben von Kinder- und Jugendbüchern. Seit einigen Jahren erscheinen immer mehr Originalausgaben sogleich als Taschenbuch, das heute auch als „Taschengeldbuch“ bezeichnet wird. Dieser Begriff signalisiert einerseits einen niedrigen Preis und die so praktikable unterrichtliche Verwendung und andererseits eine mögliche Verknüpfung von schulischem und außerschulischem Lesen. Um 1970 wurden auf Grund der allgemeinen gesellschaftlichen Diskussionen in der Bundesrepublik Deutschland auch die Inhalte der Kinder- und Jugendbücher einer scharfen Kritik unterzogen. So gibt es seither häufiger zeitgeschichtlich wichtige und gesellschaftspolitisch aktuelle Themen, die überwiegend emanzipatorisch aufgearbeitet wurden. Erkennbar wird, dass – thematisch und literarisch gesehen – die Übergänge zwischen der Jugend - literatur und der Erwachsenenliteratur fließend werden, z. B. zur Friedenserziehung „In 300 Jahren vielleicht“ von Tilman Röhrig (Arena-Tb. Nr. 1850); Erstveröffentlichung 1983. Im Jugendbuchbereich heute scheint es keine „Tabu“-Themen mehr zu geben.

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