K. Bruckner: Sadako will leben

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Bruckner_Sadako will leben

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Zum Inhalt

Zu Beginn des Buches werden die Tage vor dem 6. August 1945 aus verschiedenen Perspektiven geschildert. In kurzen Abschnitten wird aus folgenden Sichtweisen erzählt: Aus der Sicht amerikanischer Aufklärungsflieger, eines japanischen Soldaten, eines japanischen Studenten und einer Studentin, einer alten Frau, hoher japanischer Offiziere und ziemlich ausführlich aus der Sicht von Shigeo, der auf seine kleine Schwester Sadako aufpassen muss. In einem weiteren Teil wird von sehr streng geheim gehaltenen Vorbereitungen auf der Flugbasis Tinian auf eine Operation erzählt. Es landen dort hohe wichtige Militärs und Zivilisten. Einfache Soldaten beobachten, wie eine Art schwarzer Sarg verladen wird. Und schließlich ist der 6. August 1945 da. Eine B 24 fliegt Richtung Hiroshima und lässt dort die erste Atombombe fallen. Im 3. Teil des Romans lenkt der Autor seinen Fokus wieder auf die japanischen Menschen, in deren Leben man zu Beginn Einblick erhielt. Fast nüchtern berichtet er, wie die beiden Kinder Shigeo und Sadako wie Papierfetzen meterweit durch die Luft geschleudert werden, wie ein brennender Bootsbauer sich wegen seiner Brandwunden ins Wasser stürzt und ertrinkt, wie Soldaten regelrecht verdampfen, aber auch wie z.B. eine Studentin, die vor der Explosion der Bombe in einen Brunnenschacht gefallen war, dadurch überlebte. 

Acht Monate nach dem Atombombenabwurf setzt die Erzählung wieder ein: Herr Sasaki, der Vater von Shigeo und Sadako findet seine Familie wieder und baut sich eine kleine neue Existenz auf. Nach einem weiteren Schnitt schreibt der Autor das Datum 6. August 1947 - der zweite Jahrestag nach dem Atombombenabwurf. Dieser Tag wird sehr unterschiedlich begangen: Von den einen im feierlichen, trauernden Andenken an die vielen Toten, von den anderen ausgelassen und in Feststimmung. Schließlich ist es Frühjahr 1955. Nach einer Fahrradstafette, an der Sadako für ihre Gruppe als Schlussläuferin fährt, wird sie schwer krank. Diagnose: Die so genannte "Strahlenkrankheit" als Spätwirkung auf die Verstrahlung durch die Atombombe. Nach zähem Kampf gegen diese Krankheit muss Sadako schließlich doch sterben.

Eignung des Buches für den Unterricht

Auch wenn die Thematik eine sehr schwere ist, eignet sich das Buch doch sehr gut für eine Behandlung im Unterricht. Da ist zunächst der geschichtliche Aspekt. Nach meinem Eindruck beschäftigt man sich in Deutschland bzw. im Geschichtsunterricht in unserem Land vor allem und sehr intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Kriegsende in Europa. Dabei läuft man aber Gefahr, die Kriegsgeschichte in Asien aus dem Blick zu verlieren. Das Buch liefert en passant einen guten Geschichtsunterricht. Darüber hinaus bietet es aber auch gute Impulse, um ethische und moralische Fragen zu besprechen. So diskutiert z.B. ein japanischer Feldmarschall mit seinem Adjutant die Frage der Kriegsschuld. Unmissverständlich macht der Feldmarschall seinem Untergebenen klar, dass Japan ohne Kriegserklärung, also im Frieden, Pearl Harbour angegriffen hat. Einen weiteren zum Teil inneren Dialog führt der Kapitän der B 24. Er hat zunächst große Gewissensbisse, als er nach dem Bombenabwurf noch aus der Luft die verheerenden Auswirkungen der Atombombe verfolgen kann. Aber er beendet seinen Gewissenskampf, indem er sich beruhigt, dass er ja nur einen Befehl ausgeführt habe. Last but not least ist das Buch ein Aufruf, dass eine Atombombe niemals wieder fallen darf. Damit dies nicht passiert, so der Appell und die Message des Autors, darf nichts aus dieser schrecklichen Geschichte in Vergessenheit geraten, sondern muss weiter tradiert werden, denn "Wer die Gefahr nicht kennt, kommt in ihr um."

 

 

 

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