Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Die Kunst des Friedens

Zivil (Hrsg.)

Gewalt-Kritik und Friedens-Zeichen in der Bildenden Kunst

Mit einem Vorwort von Margot Käßmann.

128 Seiten Paperback
26 farbige und viele SW-Abbildungen

Kreuzverlag Stuttgart 2002
Restposten, beim Verlag vergriffen

Euro 10,00

Material zur Arbeit in Jugendgruppen und im Religionsunterricht, für LehrerInnen, PfarrerInnen und MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit

Die Doppeldeutigkeit des Titels ist Programm: Zum einen geht es in diesem Buch um "Kunst für den Frieden", d.h. um künstlerische Arbeiten, die sich inhaltich mit den vielfältigen Facetten des Themas "Frieden" befassen. Im Blick ist bildende Kunst: Gemälde, Plastiken, Installationen und Collagen. Zum Zweiten aber thematisiert dieser Band eine Herausforderung, die man "das Kunststück des Friedens" nennen könnte: Gemeint ist die hohe Kunst der Friedfertigkeit, des Friedenschließens und der Friedenswahrung, des Friedens-Wollens und des Frieden-Könnens. Auch Friedens-Kunst hängt letztlich vom Können ab, auch Friedenskultur ist ohne gezielte Anstrenung nicht zu erreichen.

"Die Kirchen brauchen in dieser Dekade Kooperationspartnerschaften und Kunst kann dabei ganz gewiss eine gute Rolle spielen. Ja, Kunst kann antreten gegen Gewalt, sie kann anregen zur Auseinandersetzung mit der Gewaltfrage. Ob das nun der „Friedenshase“ ist oder der „Engel der Mediation“ oder auch Spitzwegs „Strickender Soldat“." (Margot Käßmann im Vorwort)

Material zur Arbeit in Jugendgruppen und im Religionsunterricht, für LehrerInnen, PfarrerInnen und MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit

In jungen Menschen den Willen zum Frieden zu wecken und zu stärken, das gehört zu den wichtigsten Aufgaben überhaupt. Dieses Buch und seine 26 farbigen Darstellungen aus der Bildenden Kunst bieten viele Anregungen, das Thema Gewalt in Schule, Konfirmationsunterricht und Gemeinde anschaulich zu behandeln. Herausgegeben von „zivil“: Zeitschrift für Frieden und Gewaltfreiheit der ev. Zivildienst-Seelsorge.

Aus dem Vorwort von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann:

Mit Kunst gegen Krieg und Gewalt – ist das nicht ein bissehen lächerlich? Was kann Kunst schon ausrichten? Meines Erachtens hat Walter Wink zu Recht Gewalt als das „Ethos unserer Zeit“ bezeichnet. Gewalt ist allgegenwärtig. Sie findet statt im Alltag, in Familien, in persönlichen Beziehungen. Sie ist wahrnehmbar in einer Gesellschaft, in ihren Schulen, in ihrem Umgang mit Obdachlosen, Ausländerinnen und Ausländern, Flüchtlingen. Sie tobt weltweit täglich in kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Völkern und Staaten. Und schließlich ist die strukturelle Gewalt allgegenwärtig. Ein Ethos kann Gewalt aber erst werden, wenn sie hohe Akzeptanz hat. Das heißt, eine Gesellschaft muss Gewalt akzeptieren als „normal.“

Deshalb hat Kunst einen durchaus gewichtigen eigenständigen Auftrag. Kunst spiegelt Realität, aber auch Visionen. Sie kann das Grauen der Gewalt mahnend abbilden ebenso wie die Hoffnung, die sich mit einer Person, wie Mahatma Gandhi verknüpft (vgl. das Bild „Der Salzmarsch“). Da gibt es einen ehemaligen Söldner aus Afrika, der Granaten und Patronen in Kreuze verwandelt – Kunst als Hoffnung, als Hoffnung auf Zukunft. So kann Kunst durchaus einen Anstoß geben. Zum einen und zuallererst den Impuls zur Nachdenklichkeit. „Guernica“ von Picasso hat ja beispielsweise für viele Menschen das Grauen sinnloser Zerstörung eben nicht in Worte, sondern in ein Bild gefasst. Manches Mal hat wohl Kunst noch eine Sprache, wo Worte versagen... Zum anderen kann Kunst vermitteln. Das vorliegende Medienpaket hat in diesem Sinne Kunst zum Anlass genommen, didaktisch das Thema Gewalt aufzugreifen. Darüber freue ich mich ganz besonders, weil mir die ökumenische Dekade „Gewalt überwinden“ so sehr am Herzen liegt. Entstanden ist die Grundidee 1994. Damals traf sich der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen, in dem 330 Kirchen der Welt organisiert sind, in Johannesburg. Ein südafrikanischer Bischof fragte, ob es nach der Überwindung der Apartheid, zu der jener ökumenische Rat so entschieden beigetragen hatte, es nicht Zeit sei für ein Programm zur Überwindung der Gewalt. Ja, es ist an der Zeit sagten viele. In allen Regionen dieser Erde zerstört Gewalt Leben, das Gott doch in Fülle schenken will. Und die Bibel gibt uns eine klare Vision einer Kontrastgesellschaft, in der die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden und die Sanftmütigen das Erdreich besitzen, Nach langen Vorarbeiten wurden deshalb weltweit die Jahre 2001 bis 2010 zu einer Dekade der Kirchen zur Überwindung der Gewalt ausgerufen, Diese Dekade gibt eine Möglichkeit, Gewalt in ihren vielen Facetten aufzugreifen und in den unterschiedlichsten Bereichen, vor allen Dingen in den Kirchen in allen Ländern dieser Erde aufzugreifen. Dazu kann das vorliegende Medienpaket hervorragend beitragen. Es gibt die Möglichkeit, in Schule, Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit und Gemeinde die Gewaltfrage zu thematisieren. Gewaltfreie Konfliktlösung kann gelernt werden: Im Kindergarten, in der Schule, in Gemeindegruppen und Unterricht. Viele Menschen scheinen heute nicht mehr wahrzunehmen, dass es gewaltfreie Formen der Auseinandersetzung gibt. Gewaltfreiheit, ist das Schwäche? Oder ist es nicht gerade so, dass Gewaltfreiheit Stärke ist, dass wir viel deutlicher die Form von Prävention und Mediation in den Vordergrund stellen müssen, um akute Konflikte zu de-eskalieren?

(...) Die Kirchen brauchen in dieser Dekade Kooperationspartnerschaften und Kunst kann dabei ganz gewiss eine gute Rolle spielen. Ja, Kunst kann antreten gegen Gewalt, sie kann anregen zur Auseinandersetzung mit der Gewaltfrage. Ob das nun der „Friedenshase“ ist oder der „Engel der Mediation“ oder auch Spitzwegs „Strickender Soldat“.

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