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Ich trug den gelben Stern


Inge Deutschkron
Ich trug den gelben Stern

Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1985; dtv Sachbuch 3000; Erstausg. 1975
198 S.; 8,00 €

ab 12 Jahre


Inge Deutschkron schildert in ihrem autobiographischen Bericht, wie sie als jüdisches Mädchen in Berlin die zunehmende Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung erlebt hat.

1938 ist Inge Deutschkron zehn Jahre alt. Sehr bewusst erlebt sie die Situation nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Der Vater ist ein aktives SPD-Mitglied. Inge berichtet von den täglichen Diskriminierungen, der zunehmenden Verfolgung der Juden, den ersten Verhaftungen und der „Kristallnacht". „Du bist Jüdin. Du musst den anderen zeigen, dass du deshalb nicht geringer bist als sie".
Es gibt aber auch immer wieder Leute, die Inge und ihrer Mutter helfen. 1939 kann ihr Vater zu Verwandten nach England emigrieren. Es gelingt ihm allerdings nicht mehr, seine Frau und seine Tochter nachzuholen. Die Situation der Juden wird immer auswegloser, im Juni 1942 gehen die ersten Transporte nach Theresienstadt. Die Gefahr, selbst auf der Deportationsliste zu stehen, wächst. Am 15. Januar 1943 taucht Inge mit ihrer Mutter unter. Mit falschem Namen geht sie weiter zur Arbeit, nachts versteckt sie sich bei Freunden. Ihr Erfindungsreichtum, ihr Mut und die Unterstützung anderer Menschen ermöglichen es Inge und ihrer Mutter, die Zeit der Verfolgung zu überleben.
1945 schreibt Inge Deutschkron an ihren Vater in England: „Meinem Paps! Warten!! Weißt Du, was es heißt zu warten, zu warten auf etwas, das vor einem Jahr noch unerreichbar, ja unglaubhaft schien. Ich will versuchen, nachträglich für Dich ein Tagebuch zu führen, damit du miterleben kannst, was uns in diesen furchtbaren sechs Jahren unserer Trennung hier geschah."

Inge Deutschkron beschreibt detailliert, wie sie die zunehmende Bedrohung der jüdischen Bevölkerung erlebt hat. Sie schildert den Alltag und die Gefühle der wenigen jüdischen Menschen, die von Bekannten oder Freunden oder gegen Bezahlung versteckt wurden, die Angst entdeckt oder verraten zu werden, die Sorge um Lebensmittel und die Isolation. Nachvollziehbar wird, wie ein junges Mädchen voller Wut, Verzweiflung und Hoffnung versucht, zu überleben.

„Ab heute heißt du Sara", eine Bühnenadaption ihrer Erinnerungen, wurde 1988 vom Gripstheater Berlin aufgeführt.

Für ihr Lebenswerk erhielt 2008 den Carl-von-Ossietzky-Preis

Inge Deutschkron: „Ich trug den gelben Stern, und was kam danach?", Fischer Verlag, München 2009; Für diese Neuauflage hat Inge Deutschkron die beiden Erinnerungsbücher ‚Ich trug den gelben Stern' und ‚Mein Leben nach dem Überleben' zu einer Gesamtbiografie umgestaltet.

Siehe auch: Inge Deutschkron „Sie blieben im Schatten"; Inge Deutschkron / Lukas Ruegenberg: „Papa Weidt"


Autor(en):
Inge Deutschkron
Titel:
Ich trug den gelben Stern
Erscheinungsjahr:
1978
Umfang/Format:
198 Seiten
Ort:
Köln
Verlag:
Wissenschaft und Politik
Auflage:
1. Auflg.
Schlagworte:
Alltag im Nationalsozialismus
Judenverfolgung
Nationalsozialismus
Verfolgung
Widerstand
Signatur:
L 0110
ISBN:
3-8046-8555-2


© Ria Proske
Nationalsozialismus und Neonazismus. Ausgewählte Kinder- und Jugendbücher

Kommentiertes Verzeichnis
15., aktualisierte, erweiterte Online-Auflage, Köln 2010

Diese Sammlung wurde 1987 als Projekt des Vereins "Beratung und Weiterbildung in der Friedensarbeit e.V." an der FH Düsseldorf von Prof. Christiane Rajewsky, Ria Proske und Adelheid Schmitz erarbeitet. Seitdem wird sie von Ria Proske fortlaufend aktualisiert und mit Kinderbüchern für die Altersgruppe 3 bis 10 Jahre ergänzt.

Kontakt:
Ria Proske, Hunsrückstr. 16, 50739 Köln, Tel.: 0221-176808
Email: ria@proske.de

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