Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Ich bin ein Stern

Inge Auerbacher
Ich bin ein Stern
Aus dem Amerikanischen von Mirjam Pressler
Mit einer Zeittafel von Franz Josef Schütz

Beltz & Gelberg Verlag, 6. Aufl. Weinheim / Basel 1996; Gulliver 136; (Dt. Erstausg. 1992)
104 S.; 4,90 €

ab 9 Jahre


Inge Auerbacher erzählt von ihrer Kindheit und ihren Erfahrungen in Theresienstadt.

Inge wird 1934 in Kippenheim, einem Dorf bei Stuttgart geboren; sie ist das letzte jüdische Kind, das dort zur Welt kommt. Ihre ersten Jahre sind sorglos. Nach der „Kristallnacht“ 1938 muss der Vater sein Geschäft aufgeben, Inge darf nicht mehr in ihre Dorfschule, sondern muss täglich in jüdische Schule nach Stuttgart. Sie erlebt Anfeindungen. Als die Großmutter wird nach Riga deportiert, fällt Inge der Abschied sehr schwer. Dann wird auch die jüdische Schule geschlossen. Die Familie wird in ein „Ju-denhaus" einquartiert. Am 22. August 1942, Inge ist sieben Jahre alt, wird die Familie nach There-sienstadt deportiert.
Die Situation im Lager wird bestimmt vom täglichen Kampf um das Überleben. Inge muss das Sterben vieler Menschen miterleben. Täglich werden Menschen nach Auschwitz deportiert, auch viele Freun-dinnen. Inge versucht, sich mit ihrer Puppe zu trösten.
Nach der Befreiung durch die russische Armee erfährt die Familie die schreckliche Wahrheit: die Großmutter und dreizehn Familienmitglieder leben nicht mehr. Bei einer Einladung im Rathaus in Göppingen sehen Inge und ihre Mutter ihren Teppich und Standuhr im Büro des Bürgermeisters. „Die Bewohner der Stadt, die sich vor unseren Vergeltungsmaßnahmen fürchteten, behaupteten hartnä-ckig, sie hätten von dem Grauen, das wir erleben mussten, nichts gewusst." Bei der ersten Möglichkeit wandert die Familie im Mai 1946 nach Amerika aus.

Die autobiographischen Erinnerungen mit vielen Photos, Karten und einer Zeittafel sind beein drucksvolles Zeitzeugnis. Der Augenzeugenbericht vermittelt aus der Sicht eines Kindes die Erfahrungen jüdischer Menschen, er bietet aber auch einen Einblick in jüdisches Leben vor der Vernichtung in Deutschland. Die Autorin zeigt außerdem, dass viele Deutsche bei der Rückkehr der wenigen Überlebenden abwehrend verhielten, nicht zuletzt, weil sie sich am Besitz der jü-dischen Mitbürger bereichert hatten.

Deutscher Jugendliteraturpreis - Auswahlliste - 1991
Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher – Empfehlungsliste 1991

Unterrichtsbegleitende Materialien beim Verlag oder Buchhandel

http://www.ingeauerbacher.com


Autor(en):
Inge Auerbacher
Titel:
Ich bin ein Stern
Erscheinungsjahr:
1996
Umfang/Format:
104 Seiten
Ort:
Weinheim/Basel
Verlag:
Beltz & Gelberg
Auflage:
6. Auflg.
Schlagworte:
Judentum
Judenverfolgung
Leben und Sterben im Ghetto
Nationalsozialismus
Verfolgung
Vorgeschichte und Hintergründe
Weiterleben
Signatur:
ISBN:


© Ria Proske
Nationalsozialismus und Neonazismus. Ausgewählte Kinder- und Jugendbücher

Kommentiertes Verzeichnis
15., aktualisierte, erweiterte Online-Auflage, Köln 2010

Diese Sammlung wurde 1987 als Projekt des Vereins "Beratung und Weiterbildung in der Friedensarbeit e.V." an der FH Düsseldorf von Prof. Christiane Rajewsky, Ria Proske und Adelheid Schmitz erarbeitet. Seitdem wird sie von Ria Proske fortlaufend aktualisiert und mit Kinderbüchern für die Altersgruppe 3 bis 10 Jahre ergänzt.

Kontakt:
Ria Proske, Hunsrückstr. 16, 50739 Köln, Tel.: 0221-176808
Email: ria@proske.de

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