Die Förderung der Friedenspädagogik ist kein Luxus, sondern eine Investition in die Zukunft eines gemeinsamen Lebens in Frieden und Demokratie. Volker Rittberger
Mit Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Volker Rittberger, der am 14.11.2011 verstarb.
Als Gründungsmitglied des Instituts für Friedenspädagogik hat Volker Rittberger seit 1976 unsere Arbeit mit weitsichtigem Rat und unterstützender Tat begleitet. Die enge Zusammenarbeit des Instituts mit der Berghof Foundation war ihm ein besonderes Anliegen. Der Frieden hat einen wichtigen Promotor verloren.
Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V., Vorstand, Geschäftsführung, MitarbeiterInnen
Berghof Foundation Berlin, Gesellschafter, Geschäftsführung, MitarbeiterInnen, Stiftungsrat
Schwäbisches Tagblatt zum Tod von Volker Rittberger: st_16_11_rittberger_s.pdf
Friedenspädagogik in Zeiten des Kalten Krieges (1945-1989): Herausforderungen, Entwicklungen, Erfahrungen. So lautete der Titel eines Vortrages von Uli Jäger (ift), gehalten auf der Jahrestagung 2011 des Arbeitskreises Historische Friedensforschung. Anfang November trafen sich in Oer-Erkenschwiek rund 30 ExpertInnen um sich gemeinsam mit dem Thema Erziehung zum Krieg. Erziehung zum Frieden. Friedenspädagogik im 20. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse der Tagung werden 2012 in einem Tagungsband veröffentlicht.
Thesen zum Vortrag: afk_vortrag_friedenspaedagogik.pdf
Programm Jahrestagung: www.akhf.de
Am 8. Oktober 2011 wurde die Ausstellung Peace Counts: Die Erfolge der Friedensmacher, im Goethe Institut, Kabul von Sultan Omar, stellvertretender Minister für Information und Kultur feierlich eröffnet. An einem anschließenden einwöchigen Fortbildungsprogramm nahmen u.a. Lektoren der fünf Lehrerausbildungsinstitute (Teacher Training Colleges, TTCs) der Provinzen Balkh, Badakhshan, Kunduz, Sar-e-Pul und Takhar teil. Das Trainingsprogramm wurde von Cornelia Brinkmann (Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.) und Tilman Wörtz (Zeitenspiegel Reportagen) durchgeführt.
Die Peace Counts-Ausstellung wurde für die Präsentation in Afghanistan in Dari übersetzt und in Kabul produziert. Sie wird in den kommenden Monaten als Wanderausstellung im Rahmen der Lehrerbildung in den fünf Nordprovinzen eingesetzt und in Verbindung mit einem pädagogischen Begleitprogramm gezeigt. Weitere Anfragen liegen von der Universität und der Mediothek, beide Kabul vor.
Neben dem Goethe-Institut war das Grundbildungsvorhaben der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Afghanistan Hauptveranstalter dieser (achten) Station von Peace Counts on Tour.
Talk with William T. Hathaway, Oldenburg. Thu, November 10, 8:15 p.m. at the d.a.i. Tübingen.
A new group of peace activists from the USA, Europe, Iraq and Afghanistan is resisting Barack Obama’s continuation of the militarist American foreign policy. They have moved beyond demonstrations and petitions into direct action, defying the government’s laws and impeding its ability to wage war. In Radical Peace: People Refusing War, Hathaway, a former Fulbright professor of American studies and a Special Forces combat veteran turned peace activist, traces their ideas and convictions and explains a peace activist’s way of life. Noam Chomsky described Radical Peace as a book that captures such complexities and depths of human existence, even apart from the immediate message.
In cooperation with the Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.
Flyer: dai_lecture_radical_peace_das_ende_der_kriege.pdf
Unter dem Titel Mobbingfreie Schule - und dann? fand am 28.10.2011 in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen eine Fachtagung zur Mobbingprävention statt. Seit zwei Jahren läuft in Baden-Württemberg an Schulen ein landesweites Programm zur Mobbingprävention. Auf dieser Tagung wurden eine Zwischenbilanz und weiterführende Konzepte vorgestellt. Das ift war mit einem Informationsstand vertreten, der großen Zuspruch fand.
Günther Gugel: Didaktisches Handbuch 2: Interkulturelles Lernen, Konfliktbearbeitung, Medien und Gewalt. Tübingen 2011, 96 S., DIN A4
Dieses Handbuch wurde im Rahmen des Projektes Triple V: Values vs. Violence entwickelt. Triple V arbeitet an zentralen Fragen des Lebens und Zusammenlebens. Es regt die Auseinandersetzung mit Werten an und möchte zu wertebezogenem Handeln ermutigen und befähigen. Das erste Handbuch hat hier grundlegende Informationen und Lernmodelle bereitgestellt. (1)
Dieses zweite didaktische Handbuch, das in deutsch, englisch und ungarisch erscheint greift drei weitere, für Wertekommunikation zentrale Themenbereiche auf: interkulturelles Lernen, Konfliktbearbeitung sowie Medien und Gewalt. Alle drei Bereiche berühren das Thema Werte im Kern, da sowohl beim interkulturellen Lernen als auch in der Austragung von Konflikten sowie in Form und Inhalt von Medien permanent Werte sichtbar und (bewusst oder unbewusst) transportiert werden. Alle drei Bereiche sind nicht nur kognitive Lernthemen sondern sie berühren stärker als die meisten anderen Themen im Kern die Gefühlswelt von Menschen.
Dieses Praxishandbuch hat zwei Funktionen: es dient zum einen der Qualifizierung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und ist zugleich eine Grundlage für deren Weiterarbeit in und mit Gruppen und Schulklassen. Es unterstützt diese Arbeit durch Basistexte sowie konkrete methodisch-didaktische Materialien und Medien. Triple V ist ein internationales Kooperationsprojekt des Kreisjugendrings Rems Murr e.V. und des Instituts für Friedenspädagogik Tübingen e.V. mit Partnern aus Ungarn, Nordirland, England und Schottland
Deutsche Fassung des Handbuches 2 als PDF: hb_ii_d.pdf
Englische Fassung des Handbuches 2 als PDF: hb_ii_englisch_h.pdf
Ungarische Fassung des Handbuches 2 als PDF: hb_ii_ungarisch.pdf
(1) Das Didaktisches Handbuch I: Werte leben. Tübingen 2011 finden Sie hier.
Zum zweiten Mal trafen sich vom 10. - 14. Oktober im Georg-Zundel-Haus die Value Communicators aus dem Projekt Triple V (Values vs. Violence). Das ift übernimmt im Projekt die Rolle der pädagogischen und konzeptionellen Begleitung. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Ungarn, Nordirland, England, Schottland und Deutschland verfolgen den Ansatz der Wertekommunikation, das ift erstellt didaktische Materialien zu diesem Ansatz und entwickelt Methoden, wie das Thema “Werte” in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen und umgesetzt werden kann.
Eine Woche lang haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem EU-Projekt gemeinsam mit Nadine Ritzi und Amos Heuss (ift) mit den Themen Interkulturalität, Diversität, Inklusion, Konflikt und Gewalt in Medien beschäftigt. Sie werden nun in ihrer pädagogischen Arbeit vor Ort selbst Qualifizierungstrainings für Lehrkräfte und PädagogInnen anbieten und in der direkten Arbeit mit Jugendlichen die Methoden und Materialien anwenden. Dabei stehen sie in einem engem gegenseitigen Austausch über Erfahrungen und Herausforderungen in ihrer jeweiligen Praxis. Das nächste Treffen wird im Februar 2012 in Schottland stattfinden.
Gurjit Gill, ein Polizeiausbilder aus London, fasst seinen Eindruck über den Workshop wie folgt zusammen: “The week was very helpful and we look forward to implementing the new additions to the Triple V Project.”
Nach dem Amoklauf von Winnenden vom 11. März 2009 setzte der Landtag von Baden-Württemberg eine Expertenkommission sowie einen Sonderausschuss ein um Empfehlungen zur Gewaltprävention zu erarbeiten. Hieraus entstand eine Beschlussvorlage, die vom Landtag im Februar 2011 einstimmig verabschiedet wurde. Dieser Beschluss sieht u.a. die schrittweise Einführung von Gewaltprävention an allen Schulen Baden-Württembergs vor. Die Umsetzung wurde bereits mit 40 Schulen begonnen.
Mit diesen Entwicklungen beschäftigten sich die Vertrauensleute der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Kreis Reutlingen/Tübingen) am 12./13.10.2011 auf der Reichenau. Günther Gugel (ift) war hierbei Referent und Gesprächspartner.
Am 13.10.2011 pflanzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer internationalen Werteschulung vor dem ift einen Baum des Lebens. Diese Pflanzaktion war Teil des Projektes Lebenslinien -, das als Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden vom Kreisjugendring Rems-Murr zusammen mit dem Institut für Friedenspädagogik initiiert wurde. Unter dem Titel 1000 Bäume für das Leben möchte das Projekt die reiche Symbolik von Bäumen aufgreifen und durch weitere Pflanzaktionen eine Lebenslinie aus Bäumen durch die Region, das Land und durch Europa ziehen. Zu jedem Baum wird ein kleiner Gedenkstein in die Erde gesetzt. Es soll auf diese Weise der Opfer der schrecklichen Ereignisse in Winnenden und anderer Gewalttaten gedacht und gleichzeitig eine Verpflichtung erklärt werden: Die Initiatoren vor Ort verpflichten sich dazu, sich immer wieder für das Leben und ein friedliches Miteinander zu engagieren.
Der erste Baum dieser Aktion wurde am 5.3.2010 zum ersten Jahrestag des Amoklaufes von Winnenden in Leutenbach (Winnenden) gepflanzt. Bis zum Jahresende werden auch Bäume in Pécs (Ungarn) und in Belfast (Nordirland) gepflanzt werden.
Pressemitteilung: pressemitteilung_14_10_2011.pdf
Pressebericht im Schwäbischen Tagblatt vom 14.10.2011: st_141011_baum392.pdf
Miteinander leben im Nahen Osten - So lautet der Titel einer Dokumentation über das erste friedenspädagogische Fachsymposium in Jordanien. Eine Woche lang diskutierten im Schneller Educational Training Centre in Amman zwanzig Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz und Jordanien grundlegende Fragen der Friedenspädagogik und deren Bedeutung für die Situation vor Ort. Die Broschüre enthält die überarbeiteten Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das ift war in Amman durch Uli Jäger vertreten und ist Mitherausgeber der Broschüre.