Günther Gugel: Didaktisches Handbuch 2: Interkulturelles Lernen, Konfliktbearbeitung, Medien und Gewalt. Tübingen 2011, 96 S., DIN A4
Dieses Handbuch wurde im Rahmen des Projektes Triple V: Values vs. Violence entwickelt. Triple V arbeitet an zentralen Fragen des Lebens und Zusammenlebens. Es regt die Auseinandersetzung mit Werten an und möchte zu wertebezogenem Handeln ermutigen und befähigen. Das erste Handbuch hat hier grundlegende Informationen und Lernmodelle bereitgestellt. (1)
Dieses zweite didaktische Handbuch, das in deutsch, englisch und ungarisch erscheint greift drei weitere, für Wertekommunikation zentrale Themenbereiche auf: interkulturelles Lernen, Konfliktbearbeitung sowie Medien und Gewalt. Alle drei Bereiche berühren das Thema Werte im Kern, da sowohl beim interkulturellen Lernen als auch in der Austragung von Konflikten sowie in Form und Inhalt von Medien permanent Werte sichtbar und (bewusst oder unbewusst) transportiert werden. Alle drei Bereiche sind nicht nur kognitive Lernthemen sondern sie berühren stärker als die meisten anderen Themen im Kern die Gefühlswelt von Menschen.
Dieses Praxishandbuch hat zwei Funktionen: es dient zum einen der Qualifizierung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und ist zugleich eine Grundlage für deren Weiterarbeit in und mit Gruppen und Schulklassen. Es unterstützt diese Arbeit durch Basistexte sowie konkrete methodisch-didaktische Materialien und Medien. Triple V ist ein internationales Kooperationsprojekt des Kreisjugendrings Rems Murr e.V. und des Instituts für Friedenspädagogik Tübingen e.V. mit Partnern aus Ungarn, Nordirland, England und Schottland
Deutsche Fassung des Handbuches 2 als PDF: hb_ii_d.pdf
Englische Fassung des Handbuches 2 als PDF: hb_ii_englisch_h.pdf
Ungarische Fassung des Handbuches 2 als PDF: hb_ii_ungarisch.pdf
(1) Das Didaktisches Handbuch I: Werte leben. Tübingen 2011 finden Sie hier.
Zum zweiten Mal trafen sich vom 10. - 14. Oktober im Georg-Zundel-Haus die Value Communicators aus dem Projekt Triple V (Values vs. Violence). Das ift übernimmt im Projekt die Rolle der pädagogischen und konzeptionellen Begleitung. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Ungarn, Nordirland, England, Schottland und Deutschland verfolgen den Ansatz der Wertekommunikation, das ift erstellt didaktische Materialien zu diesem Ansatz und entwickelt Methoden, wie das Thema “Werte” in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen und umgesetzt werden kann.
Eine Woche lang haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem EU-Projekt gemeinsam mit Nadine Ritzi und Amos Heuss (ift) mit den Themen Interkulturalität, Diversität, Inklusion, Konflikt und Gewalt in Medien beschäftigt. Sie werden nun in ihrer pädagogischen Arbeit vor Ort selbst Qualifizierungstrainings für Lehrkräfte und PädagogInnen anbieten und in der direkten Arbeit mit Jugendlichen die Methoden und Materialien anwenden. Dabei stehen sie in einem engem gegenseitigen Austausch über Erfahrungen und Herausforderungen in ihrer jeweiligen Praxis. Das nächste Treffen wird im Februar 2012 in Schottland stattfinden.
Gurjit Gill, ein Polizeiausbilder aus London, fasst seinen Eindruck über den Workshop wie folgt zusammen: “The week was very helpful and we look forward to implementing the new additions to the Triple V Project.”
Nach dem Amoklauf von Winnenden vom 11. März 2009 setzte der Landtag von Baden-Württemberg eine Expertenkommission sowie einen Sonderausschuss ein um Empfehlungen zur Gewaltprävention zu erarbeiten. Hieraus entstand eine Beschlussvorlage, die vom Landtag im Februar 2011 einstimmig verabschiedet wurde. Dieser Beschluss sieht u.a. die schrittweise Einführung von Gewaltprävention an allen Schulen Baden-Württembergs vor. Die Umsetzung wurde bereits mit 40 Schulen begonnen.
Mit diesen Entwicklungen beschäftigten sich die Vertrauensleute der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Kreis Reutlingen/Tübingen) am 12./13.10.2011 auf der Reichenau. Günther Gugel (ift) war hierbei Referent und Gesprächspartner.
Am 13.10.2011 pflanzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer internationalen Werteschulung vor dem ift einen Baum des Lebens. Diese Pflanzaktion war Teil des Projektes Lebenslinien -, das als Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden vom Kreisjugendring Rems-Murr zusammen mit dem Institut für Friedenspädagogik initiiert wurde. Unter dem Titel 1000 Bäume für das Leben möchte das Projekt die reiche Symbolik von Bäumen aufgreifen und durch weitere Pflanzaktionen eine Lebenslinie aus Bäumen durch die Region, das Land und durch Europa ziehen. Zu jedem Baum wird ein kleiner Gedenkstein in die Erde gesetzt. Es soll auf diese Weise der Opfer der schrecklichen Ereignisse in Winnenden und anderer Gewalttaten gedacht und gleichzeitig eine Verpflichtung erklärt werden: Die Initiatoren vor Ort verpflichten sich dazu, sich immer wieder für das Leben und ein friedliches Miteinander zu engagieren.
Der erste Baum dieser Aktion wurde am 5.3.2010 zum ersten Jahrestag des Amoklaufes von Winnenden in Leutenbach (Winnenden) gepflanzt. Bis zum Jahresende werden auch Bäume in Pécs (Ungarn) und in Belfast (Nordirland) gepflanzt werden.
Pressemitteilung: pressemitteilung_14_10_2011.pdf
Pressebericht im Schwäbischen Tagblatt vom 14.10.2011: st_141011_baum392.pdf
Miteinander leben im Nahen Osten - So lautet der Titel einer Dokumentation über das erste friedenspädagogische Fachsymposium in Jordanien. Eine Woche lang diskutierten im Schneller Educational Training Centre in Amman zwanzig Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz und Jordanien grundlegende Fragen der Friedenspädagogik und deren Bedeutung für die Situation vor Ort. Die Broschüre enthält die überarbeiteten Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das ift war in Amman durch Uli Jäger vertreten und ist Mitherausgeber der Broschüre.
Nach einer einjährigen Vorbereitungszeit machte Peace Counts on Tour Ende September 2011 Station in der jordanischen Hauptstadt Amman. Partner waren das Schneller Educational Training Centre und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (The Regional Social and Cultural Fund for Refugees and Gaza population) in Amman. Die in arabischer Sprache gedruckte Posterausstellung war in der Theodor-Schneller-Schule zu sehen, dort fanden auch die begleitenden Workshops statt.
Bei der Eröffnung unterstrich Ghazi F. Musharbash, Direktor der Schule und Abgeordneter des jordanischen Parlamentes, die Bedeutung des Projektes für die Entwicklung einer Kultur des gewaltfreien Umgangs in Schule und Gesellschaft. TeilnehmerInnen der Workshops waren Lehrer, Sozialarbeiter und Psychologen aus unterschiedlichen Schulen Ammans sowie Mitarbeiter aus mehreren palästinensischen Flüchtlingslagern. Das Projekt wurde von Uli Jäger und Anne Romund (ift) sowie von Hannah Reich und Peter Wingert durchgeführt. Ihre Erkenntnis: Peace Counts inspiriert mit den visuell orientierten Lernarrangements auch die Menschen im Nahen Osten, sich mit neuen Ansätzen für ein respektvolles Zusammenleben auseinanderzusetzen. Am Ende des Training-of-Trainers-Workshops wurde vereinbart, ein Peace Counts-Netzwerk zu etablieren, Erfahrungen bezüglich der Anwendung im eigenen Umfeld zu sammeln und diese gemeinsam auszuwerten.
Ab sofort sind bei Brot für die Welt und beim Evangelischen Entwicklungsdienst Unterrichtsmaterialien zum Download verfügbar, die gemeinsam mit dem Institut für Friedenspädagogik erstellt wurden. Das Unterrichtsmaterial Zukunfts-WG bietet vielfältige Anregungen zum Globalen Lernen: Wie zukunftsfähig ist unsere Ernährung, wie bewegen wir uns nachhaltig fort und wie muss die Wirtschaft von morgen aussehen? Die zwölf Themenmodule sind den vier Entwicklungsdimensionen Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft und Politik zugeordnet. Sie stützen sich auf Texte und Themen der Studie Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), “Brot für die Welt” und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) 2008 herausgegeben haben.
Einführung
Einstiegsmodul: Zukunftsfähigkeit, was hat das mit mir zu tun?
Themenbereich Gesellschaft
Modul 1 Ökologischer Fingerabdruck
Modul 2 Ernährung
Modul 3 Migration
Themenbereich Umwelt
Modul 4 Mobilität
Modul 5 Energie
Modul 6 Artenvielfalt
Themenbereich Wirtschaft
Modul 7 Wachstum
Modul 8 Produktion
Modul 9 Markt und Staat
Themenbereich Politik
Modul 10 Menschenrechte
Modul 11 Konsum
Modul 12 Arbeit
Die Konzeption der Unterrichtsmaterialien berücksichtigt die im Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung genannten Kompetenzanforderungen.
Die Unterrichtsmaterialien sind im Internet kostenlos zum Download verfügbar.