Am 19. September 2011 wird in der Essen der diesjährige Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher verliehen. Mit diesem Preis werden Bücher ausgezeichnet, die Kinder und Jugendliche ermutigen, sich für Menschenrechte, für gewaltfreie Formen der Konfliktlösung, für Integration von Minerheiten und für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen. Als Preisbuch hat die unabhängige Jury in diesem Jahr für das Buch Ringel, Rangel, Rosen von Kirsten Boie ausgewählt, erschienen im Verlag Friedrich Oetinger.
Die Geschichte von Kirsten Boie spielt Anfang der 60er Jahre in der Nachkriegszeit in Hamburg. Die dreizehnjährige Karin lebt ein zufriedenes Leben. Sie liebt das Spielen am Deich, die Treffen von Freunden und Familien im Garten. Aber ihre beste Freundin Regina, die nach dem Lesen von Sternenkinder aufgerüttelt ist, und Nachrichten über den Eichmann-Prozess, geben ihr zu denken. Doch das Thema Nationalsozialismus wird in der Familie totgeschwiegen. Auf ihr Nachfragen bekommt sie nur die ausweichende Antwort, wer nicht dabei gewesen war, könne das alles nicht beurteilen. Dann entdeckt sie im Familienalbum Fotos von ihrem Vater als Soldat: Erwischte Freischärler und Heckenschützen steht im Album, aber genau das dazu gehörige Bild fehlt. Plötzlich erscheinen Karin ihre Eltern in einem ganz anderen Licht. Im Februar 1962 kommt die große Flut, und von einem Tag auf den anderen Tag ist nichts mehr, wie es vorher war. Ein Kapitel der deutschen Nachkriegszeit, das in Jugendbüchern eher selten auftaucht. Für heutige junge Leser öffnen sich Einblicke in die Lebenssituation der eigenen Eltern und Großeltern.
Die Stärke der Geschichte liegt auch darin, dass Karin nicht verurteilt sondern überlegt: Wie hätte sie reagiert? Kann man verstehen, warum die Eltern etwas getan oder unterlassen haben? Darf man verzeihen? Und heilt die Zeit alle Wunden? Gerade unter diesen inhaltlichen, Generationen übergreifenden Aspekten ist die Geschichte preiswürdig. Sie spiegelt diese kurze Epoche auch sprachlich exzellent wieder.
Vom 11.8.-23.8.2011 war eine Gruppe Tübinger Studentinnen und Studenten, Teil eines außergewöhnlichen Friedensprojektes. Sie
Die Ausgabe 1/2011 von Global Lernen beschäftigt sich mit dem Thema Landgrabbing. Die Rechnung ist einfach: Im Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf über neun Milliarden Menschen angewachsen sein. Alle diese Menschen müssen sich ernähren. Daher schrumpft die Fläche, die weltweit pro Kopf zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung steht. Sie steht zudem unter Druck durch den Klimawandel, durch Erosion und den Anbau von Futtermitteln und Energiepflanzen für Agrartreibstoffe. Investoren haben diesen globalen Megatrend für sich entdeckt und kaufen weltweit riesige Agrarflächen in der Hoffnung auf hohe Renditen. Zivilgesellschaftliche Organisationen warnen vor diesem Phänomen, das sie als Landraub, Landnahme oder mit dem englischen Begriff Land Grabbing bezeichnen.
Günther Gugel: Praxisbox Interkulturelles Lernen. Grundlagen, Ansätze, Materialien. Mit DVD, Bild- und Textkarten. Tübingen 2012. 88 S. Booklet, 30 Bild- und Textkarten, DVD in einer Hardbox, 14,5 x 22 cm. Erscheint im Oktober 2011.
SIPRI (Hrsg.): SIPRI Yearbook 2011. Armaments, Disarmament and International Security. Kurzfassung auf Deutsch. Stockholm 2010, 16,5 x 24 cm, 28 S.
Soeben ist ein neuer Band über Gewalt und Gewaltprävention erschienen: Heinz Ulrich Brinkmann / Siegfried Frech / Ralf-Erik Posselt (Hrsg.): Gewalt zum Thema machen. Gewaltprävention mit Kindern und Jugendlichen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2011, 290 S.
