Am 14.7.2010 führen sieben Betreuerinnen und Betreuer am Paracelsus Gymnasium Hohenheim im Rahmen eines Aktionstages Peace-Counts-Workshops mit drei 10. Klassen durch.
Uli Storz, Lehrer am PGH berichtet: Am 14.Juli war es wieder soweit! Das PGH löst seine Selbstverpflichtung im Rahmen seiner Auszeichnung als Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage ein: alljährlich eine Veranstaltung zu organisieren und sich damit gegen alle Formen der Diskriminierung, des Rassismus und Fremdenhasses zu engagieren. Alle Schülerinnen und Schüler des PGH waren aufgerufen, sich an der vom Politik-AK geplanten Aktion zu beteiligen. Und sie haben auch in diesem Schuljahr ihre Selbstverpflichtung mit großem Engagement eingelöst!
Teilweise wurden die Angebote von Schülerinnen und Schüler durchgeführt und auch verantwortlich betreut. So z.B. das Angebot unserer Streitschlichter zum Thema Konfliktlösung. Oder eine Gesprächsrunde zum Thema „Demokratie in der Schule“. Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Krieg und Frieden in der bildenden Kunst. Für die Klassen 5 organisierten Schüler ein „Kick Fair“-Fußballturnier. Teilweise hatten wir auch externe Gäste, Referentinnen und Referenten, eingeladen. Eine Gruppe Tübinger Studenten betreute workshops zu der Ausstellung „Peace counts – die Friedensmacher“. Diese Ausstellung des Instituts für Friedenspädagogik Tübingen war für 2 Wochen an unserer Schule und zeigt Beispiele, wie durch persönliches Engagement Beiträge zum Abbau von Gewalt und Aufbau friedensförderlicher Strukturen geleistet werden können. Zeitzeugen aus Plieningen und Sillenbuch gaben den Klassen 6 sehr persönliche Einblicke in ihre Kindheit und Jugend im Zweiten Weltkrieg. Der aktueller Brennpunkt „Krieg in Afghanistan“ wurde ausgehend von einer TV-Dokumentation erörtert: wie geht es weiter? Die Soldaten sofort abziehen, später, wann….? Ergänzt wurde die Auseinandersetzung mit diesem Krieg in Afghanistan durch einen Beitrag von Jama Maqsudi. Er ist Afghane und lebt seit längerer Zeit in Stuttgart. Er kehrt jedoch regelmäßig in seine Heimat zurück, um dort vor Ort Hilfsprojekte zu betreuen. Erst kürzlich war er wieder für 3 Wochen in Afghanistan, so dass er eindrucksvoll den Klassen 11 über die Situation der Menschen und deren Schicksal in dem von Krieg geprägten Land berichten und viele Fragen beantworten konnte.
Viele Lehrerinnen und Lehrer haben auch Themen und Arbeitsgruppen angeboten, so z.B. „Krieg und Frieden in der Musik“, Erklärungen zur Entstehung von Gewaltbereitschaft, eine Simulation über das Krisenmanagement während der Kuba-Krise, in der die Welt am Rande eines III Weltkrieges stand. Eine Jahrgangsstufe hat mit dem Film „Fröhliche Weihnachten („Merry xmas/Joyeux Noël)“ gearbeitet, einem bewegenden Film über eine wahre Begebenheit an der Front während des Ersten Weltkrieges.
Ein herzliches Dankeschön Allen, die zum Gelingen dieser Aktion beigetragen haben. Die insgesamt sehr positiven Rückmeldungen („Macht im nächsten Jahr wieder so etwas“) haben Mut gemacht, in diesem Sinne auch im kommenden Schuljahr wieder zu sagen: „Wir tun etwas gegen Diskriminierung, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt!“
Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 16.7.2010: kicken-statt-schiesen.pdf

