Bolivien könnte bald Vorreiter in der Curriculaentwicklung zur Friedenserziehung in Schule und Lehrerausbildung sein. Das ist das Fazit von Anne Romund vom ift, die in den letzten zwei Monaten als Beraterin für die Komponente konstruktive Konflikttransformation des örtlichen GTZ-Programms tätig war. Gerade ist sie aus La Paz zurückgekehrt, wo sie die friedenspädagogische Expertise aus Tübingen in einen einwöchigen Workshop mit den Kolleginnen vor Ort eingebracht hat. Diese hatten in den letzten Jahren gemeinsam mit Schulen und Lehrerausbildungsstätten in zwei Regionen des Landes (Llallagua/Norte de Potosí und Tarija) Curricula zur Friedenserziehung erarbeitet und erprobt.
Zudem haben sie enge Kontakte zum Erziehungsministerium aufgebaut um die entwickelten Curricula in den laufenden Reformprozess des Bildungswesens in Bolivien einzubringen. Damit soll dem in der neuen bolivianischen Verfassung verankerten Ziel einer Kultur des Friedens in der Gesellschaft entsprochen werden. Vor dem Abschluss der Dokumente hat das Konsortium COMO/Berghof Peace Support/GOPA, das die Komponente im Auftrag der GTZ durchführt, die Expertise des ift angefordert um in den Curricula auch den Stand der internationalen friedenspädagogischen Diskussionen zu berücksichtigen. Die Tätigkeit von Anne Romund ist Ausdruck der intensivierten Zusammenarbeit zwischen Berghof Peace Support und dem ift.
Dieses breit angelegte Projekt in Bolivien kann sicherlich als Modellprojekt für andere friedenspädagogische Bemühungen weltweit gelten, nicht nur Veränderungen auf der individuellen Ebene – also in Einstellungen und Verhalten – anzustreben, sondern auch institutionellen Wandel voranzutreiben, der eine Kultur des Friedens im Bildungswesen fördert.

