Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. Blog

Home / Institut / Blog

Konflikt- und Friedensforschung auf hoher See

Tübinger Studentinnen und Studenten auf dem Peaceboat

Seit dem 20. Oktober begleiten 19 Tübinger Studierende des Instituts für Politikwissenschaft für 13 Tage die 59. Fahrt des „Peace Boat“. Die vom Institut für Politikwissenschaft und dem Institut für Friedenspädagogik organisierte Exkursion ist Bestandteil des Masterstudiengangs Friedensforschung und Internationale Politik und findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt.

Die aktuelle Reise der Studenten nahm am 18. Oktober in Jordanien ihren Anfang. Die erste Nacht verbrachte die Gruppe bei Gastfamilien in einem palästinensischen Flüchtlingslager nahe Amman. Nach einem Treffen mit jordanischen Studenten und einer Übernachtung in ihren Familien gingen die Tübinger am 20. Oktober in Aqaba an Bord des Peace Boats.

Die erste Station der Schiffsreise führte durch den Suezkanal nach Ägypten, wo das Programm bestimmt war durch die Besichtigung des ökologischen Projektes SEKEM, sowie der Diskussion von Flüchtlingsfragen mit einer Vertreterin der Organisation AMERA. Nach nur einem Tag setzte das Schiff die Reise fort. Nächstes Ziel war Kusadasi in der Türkei. Hier verbrachte die Gruppe einen gemeinsamen Tag mit türkischen Studierenden. Auf dem Programm stand unter anderem der Besuch einer Moschee, in welcher sich der Imam den Fragen sowohl der türkischen als auch der Tübinger Studenten stellte. Der Austausch und Diskussionen zwischen den Studierenden beinhalteten vor allem die Thematik Islam und Politik sowie die Frage nach den Chancen und dem Wille zum EU Beitritt der Türkei.

Die türkische EU-Integration sowie die türkisch-griechischen Beziehungen bestimmten die Thematik des nächsten Landganges. An der Athener Universität wurde für die Tübinger Studierenden eine Podiumsdiskussion mit Experten zum Thema Zypernkonflikt und griechische Außenpolitik organisiert. Von Athen führte die Reise weiter nach Valletta und heute befindet sich das Schiff auf dem Weg nach Rom, wo am morgigen Tag ein Treffen mit einem Vertreter des päpstlichen Rates zum Thema Religion und Konflikt stattfinden wird.

Nicht nur die einzelnen Stationen an Land, sondern auch die Tage an Bord werden intensiv zum Arbeiten und zum Austausch genutzt. Der Israel-Palästina Konflikt, Medienfreiheit im internationalen Vergleich, Umweltpolitik in Deutschland und in Korea sowie Religion und Konflikt waren die Themen der bislang organisierten und durchgeführten Workshops. An einer abendlichen Veranstaltung zum Thema Vergangenheitsbewältigung in Deutschland nahmen ca. 400 Passagiere teil. In zwei Tagen wird auf Grund der großen Nachfrage ein Workshop zu dieser Thematik angeboten. Auf dem Programm der folgenden Tage steht des weiteren eine abendliche Veranstaltung zum Thema Europäische Integration sowie eine Veranstaltung zur Peace Counts Ausstellung „Peacebuilders Around the World“, die in einer kleinen Version mit den Tübinger Studierenden an Bord gegangen ist.

Ana Mijić

Verwandte Beiträge



Abonnieren