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BELTZ Lexikon Pädagogik, Nicht auf dem Stand der Diskussion

„Das hat es noch nicht gegeben: ein derart umfassendes pädagogisches Nachschlagewerk. Für alle, die in Beruf, Ausbildung und Praxis mit Pädagogik zu tun haben“ – so der Klappentext des soeben im Beltz-Verlag erschiene „Beltz-Lexikon Pädagogik“. Ob dieser Klappentext für das gesamte Werk zutrifft soll hier nicht beurteilt werden. Für das Stichwort „Friedenserziehung/Friedenspädagogik“ trifft er jedenfalls nicht zu.

Zu diesem Stichwort sind 14 Zeilen und zwei Literaturangaben) zu lesen:

“Fe. wird als soziales und politisches ernen für den Frieden verstanden. Als Praxis nicht öffentlich institutionalisiert, normativ und politisch strittig, die noch der Streit um Richtlinien zur Fe. in der Schule nach 1980 gezeigt hat, entwickelt und erörtert Fp. die Konzepte und Theoreme der F., i.d.R. auf der Basis einer Friedensidee oder -utopie (seit Comenius), aber auch inaktuellen Kontexten gewaltfreier Politik; jüngster Aufschwung mit der politischen Friedensbewegung nach 1970, auch im Kontext der Ökopädagogik/‘Frieden mit der Natur‘).

Literatur
Bast, R. (1982): Friedenspädagogik. Düsseldorf.
Röhrs, H. (1983): Frieden – eine pädagogische Aufgabe. Braunschweig.”

Es gehört schon sehr viel Ignoranz dazu die letzten dreißig Jahre friedenspädagogische Theorie und Praxis nicht zur Kenntnis zu nehmen und völlig überholte Literaturhinweise zu verwenden (die einzige Literaturangabe beim Stichwort Gewalt stammt übrigens aus dem Jahre 1975!). Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass „Menschenrechtserziehung“, „Demokratiepädagogik“, „Globales Lernen“, „Entwicklungspolitische Bildung“, „Ökumenische Bildung“ oder „Traumapädagogik“ in dem Band überhaupt nicht aufgeführt werden.
Günther Gugel

Heinz-Elmar Tenorth / Rudolf Tippelt
(Hrsg.): BELTZ Lexikon Pädagogik.
Beltz Verlag, Weinheim und Basel
2007, 785 S.

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