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Geld regiert die Welt, oder: Wer steuert die Globalisierung?

Prof. Dr. Susanne Lütz, 03.11.2008. Ein Vortrag im Rahmen des Studium Generale an der Universität Tübingen im WS 2008/09. Video-DVD, 55 Min. Produktion: wingert-film. ISBN: 978-3-932444-36-4

Prozesse ökonomischer Globalisierung sind wohl in kaum einem anderen Bereich so weit fortgeschritten wie im Finanzsektor. Politische Deregulierung, Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnik und neue Geschäftsstrategien der Marktteilnehmer haben die internationalen Finanzbeziehungen zunehmend anonymer, kurzfristiger und risikoanfälliger gemacht. Galt die Globalisierung von Finanzmärkten Anfang der 1990er Jahre aus neoliberaler Sicht noch als Weg zur erwünschten „Disziplinierung“ der Politik durch die Ökonomie, so wurde der Glaube an die Rationalität der Sanktionsgewalt von Finanzmärkten durch immer wiederkehrende Finanzkrisen nachhaltig erschüttert.

Der Vortrag zeichnet die schrittweise Herauslösung der Finanzmarkttransaktionen aus den Grenzen des Nationalstaates nach, zeigt die Entstehungsfaktoren der aktuellen Finanzkrise auf und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen politischer Re-Regulierung des Marktgeschehens auf nationaler und transnationaler Ebene.

Susanne Lütz, geb. 1963 in Essen, ist seit April 2008 Professorin für Internationale Politische Ökonomie am Otto Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Nach dem Studium der Politischen Wissenschaft, Geschichte und Volkswirtschaft an der Gerhard Mercator-Universität Duisburg folgte 1992 die Promotion im Rahmen des Graduiertenkollegs für Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln. Ihre Dissertation wurde mit der Otto-Hahn Medaille für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Max-Planck Gesellschaft ausgezeichnet.

 Nach einem Gastaufenthalt als post-doctoral fellow am Minda De Gunzburg Center for European Studies der Harvard University, Cambridge,  MA, USA, arbeitete Susanne Lütz von 1993 bis 2002 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Im Jahr 2001 erwarb Susanne Lütz die Habilitation im Fach Politikwissenschaft an der FernUniversität Hagen und erhielt für ihre Habilitationsarbeit mit dem Titel „Der Staat und die Globalisierung von Finanzmärkten. Regulative Politik in Deutschland, Großbritannien und den USA" den Post-Doc Förderpreis der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW).

 Von 1997 bis 2006 war Susanne Lütz Sprecherin der Sektion „Politik und Ökonomie“ der Deutschen Vereinigung für Politischen Wissenschaft (DVPW); seit 2008 ist sie Mitglied des DFG-Fachkollegiums „Sozialwissenschaften“. Sie ist Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift „German Politics“ und arbeitet als Gutachterin für verschiedene Fachzeitschriften wie Journal of International Relations and Development,  Journal of European Public Policy und Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Susanne Lütz leitet unter anderem das DFG-Forschungsprojekt „Das Ende der Vielfalt? Die Regulierung nationaler Corporate Governance-Regime zwischen Markt und Mehrebenensystem“.

 Zu ihren jüngsten Publikationen gehören unter anderem der Sammelband „Handbuch Governance. Theoretische Grundlagen und empirische Anwendungsfelder“ (mit Arthur Benz, Uwe Schimank und Georg Simonis) sowie die Zeitschriftenaufsätze „Varieties of Change in German Capitalism. Transforming the Rules of Corporate Control” und „Mechanismen institutionellen Wandels im deutschen Kapitalismus. Die Regeln der deutschen Unternehmensverfassung im Umbruch“ (mit Dagmar Eberle). 

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