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Die Welt ist weiblich – und doch von Männern regiert?!

Prof. Dr. Gabriele Abels, 1.12.2008. Ein Vortrag im Rahmen des Studium Generale an der Universität Tübingen im WS 2008/09. Video-DVD, 66 Min. 
Produktion: wingert-film. ISBN: 978-3-932444-42-5

Die Hälfte der Menschheit ist weiblich – und doch findet dieser Umstand in politischen Gremien bislang keinen entsprechenden Niederschlag. Mit naturrechtlichen Vorstellungen legitimiert und durch soziale Praktiken abgesichert galt Politik lange Zeit als Männern vorbehaltene Domäne. Weibliche Staatsoberhäupter und Regierungs-chefinnen sind zwar heute keine Ausnahme mehr, aber noch weit davon entfernt, Normalität zu sein. Auch in Parlamenten sind Politikerinnen heute ca. 150 Jahre nach dem Beginn des Kampfes um das Frauenwahlrecht zumeist noch unterrepräsentiert. Allerdings ist die Unterrepräsentation von Frauen im globalen Vergleich sehr unterschiedlich. Während Politikerinnen in den europäischen Staaten heute gut vertreten sind, ist gerade die arabische Politikwelt noch nahezu eine „frauenfreie Zone“. Die Gründe für die Möglichkeiten von Frauen, ihre politischen Partizipations- und Freiheitsrechte zu realisieren, sind vielfältig und in jedem Land unterschiedlich. Dennoch lassen sich systematische institutionelle, sozio-ökonomische sowie kulturelle Faktoren ihrer Benachteiligung identifizieren.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Repräsentation und Partizipation von Frauen im globalen Kontext und illustriert exemplarisch die zentralen Faktoren, die zur Unterrepräsentation oder zur Verbesserung der Situation von Frauen in der Politik beitragen. Der Vortrag thematisiert schließlich die Frage, ob und inwiefern eine Verbesserung der politischen Teilhabe von Frauen in der Politik zu einer besseren, v.a. „frauenfreundlicheren“ und geschlechtergerechteren Politik beitragen kann.

Gabriele Abels, geb. 1964 in Dingden (Kreis Wesel am Niederrhein), ist seit September 2007 Professorin für Vergleichende Analyse politischer Systeme und Europäische Integration am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Englischen Philologie an der Philipps-Universität Marburg war sie als Doktorandin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) tätig. 1999 folgte die Promotion an der Universität-Gesamthochschule Essen. Ihre Dissertation wurde mit dem Preis „Europaforschung in Berlin“ ausgezeichnet.

 Von 1998 bis 2001 war Gabriele Abels wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften der TU Berlin. Im Winter 2000 war sie als Gastdozentin an das Graduiertenkolleg „Europäische Integration und sozialer Wandel“ an der Universität Osnabrück eingeladen. Von 2001 bis 2006 war sie wissenschaftliche Assistentin am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) der Universität Bielefeld. Während dieser Zeit war sie  im Rahmen eines mehrmonatigen Gastaufenthaltes als Gastprofessorin an der University of Missouri-St. Louis, USA, tätig. Nach ihrer Habilitation 2006 an der Universität Bielefeld im Fach Politikwissenschaft zum Thema „Mehrebenenregulierung von Biotechnologie in der EU“ vertrat sie 2006/07 die Professur für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Bielefeld.

Von 1996 bis 1998 war Gabriele Abels Sprecherin des Arbeitskreises „Politik und Geschlecht“ der Deutschen Vereinigung für Politischen Wissenschaft (DVPW); seit 2003 ist sie Mitglied im Beirat der DVPW und Sprecherin des Ständigen Ausschusses für Fragen der Frauenförderung der DVPW. Zudem ist sie Mitbegründerin und Mitherausgeberin der seit 1995 erscheinenden „femina politica: Zeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft“. 

Zu ihren jüngsten Publikationen gehören unter anderem „Geschlechterpolitik“ (in: Hubert Heinelt/Michèle Knodt, Hg.: Politikfelder im EU-Mehrebenensystem. Instrumente und Strategien europäischen Regierens. Baden-Baden 2008); „ExpertInnen und Partizipation in der Technikfolgenabschätzung“ (in: Kurswechsel. Zeitschrift für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen Heft 3/2007); Themenschwerpunkt „Geschlecht in der politischen Kommunikation“ (femina politica H. 2/2006). Ihre Themenschwerpunkte sind europäische Integration, politische Partizipation, Politikfeldanalyse, Biotechnologiepolitik und Geschlechterforschung.

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